Wohnung 1 und 2 von Melody

Mir ist heute aufgefallen, dass ich mit so großer Selbstverständlichkeit die zweite Wohnung erwähne, aber noch nie erklärt habe, wieso eigentlich. Natürlich brauchen wir nur eine Wohnung, aber die wird aus zwei zusammengelegten bestehen.

Wir wohnen zurzeit in einem wirklich hübschen kleinen 2-Zimmer-Haus und wollten eigentlich erst so in drei oder vier Jahren umziehen, aber als ein paar Straßen weiter in einem wunderbaren alten Haus Eigentumswohnungen angeboten wurden, konnten wir uns eine Besichtigung nicht verkneifen.

Die erste Wohnung war ganz oben. Ein wunderbares, riesiges Wohnzimmer (“Loft”), Bad, getrenntes WC, ein kleines, ein großes Zimmer und eine Küche mit Balkon. Wunderbar. Leider sah die Heizung vorsintflutlich aus und das schreckte uns doch ziemlich ab. Die anderen Wohnungen waren klein, jeweils ein Durchgangszimmer zur Küche und ein kleines Schlafzimmer, die Maklerin schlug uns vor, zwei übereinanderliegende zu kaufen und eine Maisonette daraus zu machen. Das wollten wir uns überlegen. Zufällig war die zweite Besichtigung an dem Tag, an dem mein Vater aus Kanada einflog.

Wir nahmen ihn mit - seine frühere Firma war auf Altbausanierung spezialisiert und bessere Ratschläge hätten wir nirgends gefunden. Mein Vater schnaubte verächtlich angesichts der Maisonette-Idee, referierte kurz über das Einziehen von Treppen in schmale alte Bauten (nicht empfehlenswert) und klopfte jede Wand ab: Gute Bausubstanz, aber diese beiden kleinen Wohnungen zusammenlegen? Bloß nicht.

Ich träumte immer noch von dem großen Wohnatelier eine Etage höher. Neben der großen Wohnung unterm Dach standen noch drei weitere Zimmer leer, und mein erster Gedanke damals war: Das wär’s. Beides zusammenlegen zu einem herrlichen Penthouse. Das konnten wir uns eh nicht leisten, schon klar. Aber da war ich, nur eine Etage von dem schönen großen Zimmer entfernt, und fragte die Maklerin einfach, ob wir meinem Vater die große Wohnung nicht auch zeigen könnten.

Mein Vater gab ein anerkennendes Geräusch von sich, sobald er im Loft-Zimmer stand und fragte, warum wir denn nicht diese Wohnung kaufen würden. Mein Herz schlug da schon ziemlich hoch, ich nehme an, ich wusste da im Grunde schon alles :-)) Ich zeigte auf die Heizung, etwas zaghaft - und er meinte sofort: Die ist das kleinste Problem, bei der neuen Heizung helfe ich euch. Wir schliefen noch zwei unruhige Nächte durch: Alle warnten uns vor dem Kauf, weil in der Wohnung auch jetzt noch Mieter sind, die höchsten Schutz geniessen würden, wenn wir kauften. Die Familie ist sehr nett und sie bauen gerade ein eigenes Haus. Wir machen uns da überhaupt keine Sorgen. Aber trotzdem ist und bleibt der Wohnungskauf ja doch ein Abenteuer. Wir erreichten dann sehr schnell den »Jetzt oder nie« Point of no Return.

Wir kauften also die große Wohnung, wohl wissend, dass es noch länger dauern kann, bis wir dort einziehen. In Ruhe planen, noch ein bisschen Geld weglegen, später eine wunderschöne 3-Zimmer-Wohnung daraus machen.

Da waren aber noch diese drei leeren Zimmer. Völlig heruntergekommen, keine richtige Wohnung, sondern eben nur drei Zimmer mit einem Klo. Ich muss ja zugeben, dass ich bereits bei der ersten Besichtigung dieser Ruine wusste: Dieses Zimmer wird das große Bad. Natürlich dachte ich nicht wirklich, dass es so kommen würde - es war einfach der angenommene Idealfall, der ja eher selten eintritt im Leben. Doch diesmal ... Wir rechneten hin und her, aber wir waren nicht wirklich darauf vorbereitet, gleich zwei kernsanierungsbedürftige Wohnungen zu kaufen, um sie dann zusammenzulegen.

Wir gaben die Idee auf. Überlegten dann doch wieder. Rechneten. Wussten nicht so recht - und erzählten es dann einfach der Dame, die diese Wohnung verkaufen wollte. Die Maklerin setzte sich daraufhin für uns ein, sie wollte die Bruchbude wohl auch gerne loswerden, der günstige Preis sank um nochmals 8.000 Euro ... und dann haben wir es einfach getan. Die zweite Wohnung gekauft.

Wir sanieren jetzt also die drei Zimmer, die man auf den Bildern sehen kann und ziehen dann dort ein. Irgendwann ziehen unsere Mieter aus, dann sanieren wir die andere Wohnung und machen einen Durchbruch, wo früher schon mal einer war.

Und das herrliche große Wohnzimmer ... wird das Büro :)



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Ich wunderte mich schon: Küche, WC, Bad, Katzenzimmer, da fehlte doch nochwas :-)

Können wir den Plan vom schönen Rest auch mal sehen?

Thomas J.  am  13. Juni 2006



Ich blog das mal :-)

Melody  am  13. Juni 2006



Ja, wir konnten “damals” (also vor zwei Jahren) auch nicht widerstehen, als das Grundstück hinter unserem Grundstück zu verkaufen war.

Wir haben es nie bereut. :-)

Susi  am  16. Juni 2006



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