Wo den Hausrat versichern? von Jens Matheuszik

Erste richtig eigene Wohnung mit eigenen Möblen (die in Berlin war möbliert) - da überlegt man sich ja, das ganze ggf. mit einer Hausratversicherung zu versichern.

Aber da hat man natürlich die Qual der Wahl unter verschiedenen Anbietern, da quasi jedes Versicherungsunternehmen natürlich auch eine solche Versicherung im Angebot hat. Da ich bisher noch nicht viele Hausratversicherungen abgeschlossen habe (in Worten: NULL), habe ich mich natürlich auch bei Freunden, Kollegen und Bekannten informiert. Neben den Leuten, die gar keine Hausratversicherung haben (“Das wertvollste in meiner Wohnung ist der Fernseher für 300,- Euro!”), gab es viele Tipps und Ratschläge.

Bei den Empfehlungen gab es natürlich welche, die sofort rausfielen bzw. sofort eine Art “Bonus” bei mir hatten: Als positives Beispiel sei z.B. die Docura-Brandkasse (einprägsamer Name) genannt, die schon aus zwei Gründen bei mir einen Bonus hat:

  1. Es handelt sich hierbei um einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG). Solche VVaGs haben keine Aktionäre in der Hinterhand, die immer höhere Renditen fordern, sondern die Versicherungsnehmer selbst sind quasi mit-Besitzer der Versicherung. Überschüsse werden dann z.B. an die Versicherungsnehmer in Form von Beitragsrückerstattungen weiter gegeben.
  2. Der Sitz der Docura ist ca. 300 m Luftlinie von der Wohnung entfernt. Morgens fahre ich täglich an dem Sitz vorbei und das ist - gerade wenn man nicht unbedingt Lust auf unpersönliche Direktversicherer hat - sicherlich nicht von Nachteil.

Doch manche Versicherungen haben bei mir auch direkt einen persönlichen “Malus”: Warum sollte ich z.B. eine Versicherung wie die Allianz wählen? Die Allianz ist mir - als bisherigen nicht-Kunden - nicht unbedingt positiv aufgefallen:

  1. Es gab irgendwann mal eine Popband mit dem Namen Allianz. Das gleichnamige Versicherungsunternehmen befürchtete jedoch Verwechslungsgefahren und seit dem (nach einem Rechtsstreit?) firmierte die Gruppe als Band ohne Namen. Ziemlich unentspannt von der Allianz…
  2. Irgendwann (es muß vor über drei Jahren gewesen sein, als ich mir einen Neuwagen kaufte) forderte ich mir mal ein Angebot im Internet an, was ich leider nicht bekam (okay, man hätte noch einmal nachhaken können - da ich aber schon ein recht günstiges Versicherungsunternehmen gefunden hatte, habe ich davon Abstand genommen).
  3. Schlußendlich gefallen mir die derzeitigen Beschäftigungspläne der Allianz nicht, die bei sehr hohen Milliarden-Gewinnen mehrere tausend Arbeitnehmer entlassen wollen. Ich habe für mich selbst die Entscheidung getroffen, daß ich ein Unternehmen, was so mit seinen Mitarbeitern umgeht nicht unbedingt unterstützen muss.

Natürlich habe ich mir - alleine aus Preistransparenzgründen - auch ein Angebot eines Direktversicherers geholt. Doch auch wenn die Cosmos Direkt immer Werbung mit ihren günstigen Angeboten macht: Für mich wäre das nicht unerheblich teurer als wenn ich bei einem “normalen” Versicherer den Hausrat versichern lasse. Die nächste Empfehlung war die HUK Coburg, die eigentlich auch recht günstige Angebote macht. Nur zu dumm, daß man folgende Klausel im Vertrag hat:

“Selbstbeteiligung von 100 € je Schadenfall bei Schäden durch Blitzschlag, einschließlich Überspannungsschäden durch Blitzschlag.”

Ich selber weiß aus eigener Erfahrung bzw. aus dem Freundeskreis von einigen Überspannungsschäden durch Blitzschlag (die über mehrere Jahre verteilt aufgetreten sind). Dabei gehen dann mal so essentiell notwendige Dinge wie ein DSL-Modem kaputt. Wenn man dann nicht das Glück hat, das die Telekom das einfach so umtauscht, dann wäre es ein Überspannungsschaden durch Blitzschlag. Der würde jedoch mit der Selbstbeteiligung zum finanziellen Selbstläufer werden - so ein Modem kostet schließlich in den meisten Fällen nicht mehr als 100,- Euro. Und wieder ein Unternehmen weniger auf der Strichliste.

Braucht man eine Glasschutzversicherung?
Die nächste Frage die sich mir stellte - braucht man eine Glasschutzversicherung? Der erste Tipp war es zu erfragen, ob das Wohngebäude selber ggf. schon eine Glasschutzversicherung hat. Hat es leider nicht. Dennoch sind z.B. die Gefahren eines mit Scherbenklirren verbundenen im Sofa landenden Fußballs bei mir (im 3. Obergeschoss) relativ gering. Auch eine Sammlung von Butzenglasscheiben (die ausdrücklich mitversichert wären) oder meterlange Aquarien/Terrarien habe ich nicht. Dafür jedoch ein Cerankochfeld und das wäre gleich mit versichert. Sowas kostet alleine schon mal eben eine nicht geringe dreistellige Summe, insofern wäre es ggf. sinnvoll das ganze mitzuversichern.

Eure Erfahrungen?
Da ich mich noch nicht endgültig entschieden habe (wobei ich einen - bisher nicht genannten - Favoriten habe), wollte ich mal hier bei Schutt und Asche fragen, ob mir da jemand irgendwelche Tipps und Tricks geben kann.



Kommentare: (per RSS abonnieren)


Wir sind bei der HUK24, u.a. weil die bei Finanztest gut abgeschnitten haben und im Vergleich am Besten für uns waren. Mit den 100 EUR Selbstbeteiligung habe ich keinen Stress, solche Selbstbeteiligungen drücken die Prämie…

Da zum Glück noch nix passiert ist, kann ich nicht sagen, ob die Schadenregulierung gut läuft :-). Aber immerhin sind unsere Solarthermieanlage und das Ceranfeld usw. mitversichert.

Auf jeden Fall bei Finanztest den letzten Test von Hausratsversicherungen kaufen und durchgehen!

Gruß, Hendrik

Hendrik42  am  24. September 2006



@Hendrik42:
Habe leider das entsprechende Heft der finanztest nicht mehr gefunden. Muß wohl länger her sein. Wobei in einem aktuellen Artikel (Welche Versicherungen brauchen Sie?) auch eine Kurzübersicht über die besten Versicherungen drinstatt. Docura tauchte da dann auch auf.

Selbstbeteiligung: Ja, wenn man dadurch die Beträge senken kann ist es gut. Aber wenn die Beiträge mit Selbstbeteiligung noch höher sind als die ohne ist die Wahl ja klar. ;)

Jens  am  24. September 2006



Wir haben seit einigen Jahren die Hausratversicherung bei der WGV - bisher sehr gut. Anfangs ohne zusätzliche Glasversicherung, aber da wir mit unserem Ceranfeld (im Endeffekt hatte es einen Produktionsfehler) mehrere Schäden hatten, haben wir mal darum erweitert.

Alle Schäden wurden schnell und problemlos abgewickelt und am Ende wurde uns sogar ein komplett neues Feld bezahlt, weil das langfristig billiger war, als alle 2 Jahre ein neues Glasfeld zu bezahlen.

Beate  am  24. September 2006



http://www.bundderversicherten.de/

Die Gruppenversicherungen für Mitglieder sind günstig und decken nur ab, was man wirklich braucht.

Tom  am  24. September 2006



Den Artikel mit Tests der Hausratversicherungen gibt es bei Finanztest online für einen Euro:
http://www.stiftung-warentest.de/online/versicherung_vorsorge/test/1287082/1287082/1287267.html

Gruß, Hendrik

Hendrik42  am  24. September 2006



Wir waren bei der HUK ohne 24 und hatte massig Ärgre mit den <strike>frustrierten und unmotivierten</strike> entgegen kommenden MitarbeiterInnen der Callcenter. Es gipfelte darin, dass wir nach der “Niederrhein-Windhose” (die uns verschont hatte, aber zu einem Was-wäre-wenn-Anruf bei der HUK führte) am Telefon erfuhren, dass wir in unserer Wohngebäudeversicherung keine Elementarschäden (Sturm, Flut etc) versichert hätten.
Es hat tatsächlich 9 Monate gedauert, bis wir die Versicherung schließlich hatten.
Erst kamen die Vordrucke zum Abschließen nicht, dan erfuhren wir, dass es für Altverträge keine solchen Vordrucke mehr gäbe, wir das einfach formlos schriftlich machen sollten.
Wobei wir die genau eingeschlossenen Risiken, die Deckungssummen und die Prämie erst nach Abschluss erfahren sollten.
Rückrufe vom Back Office blieben aus, im Computer war nicht eines der Telefonate als Gesprächsnotiz hinterlegt. Wir sind jetzt “mit alles” außer der Rechtsschutz zur DBV-Winterthur gegangen, die uns von einem freien Makler empfohlen wurde. Durch Bündelrabatte, wenn man mehrere Versicherungen abschließt, rechnet sich das.
Eine Glasversicherung für 20 EUR/Jahr haben wir auch, denn alleine das Glas auf unserem Vordach kostet 400 EUR zuzüglich Arbeitskosten…
Ach ja: Schadenabwicklung Überspannungsschaden am AB bei der HUK: Wir reichen die Quittung über das nagelneue Gerät ein und hören nichts mehr. Zwei Monate später erfahren wir auf mehrfache NAchfrage hin, dass die Summe gezahlt wurde. Auf der ÜBerweisung war nur die Schadennummer als Betreff zu sehen - die Schadennumemr, die wir nicht kannten, da wir bislang kein Schreiben erhalten hatten…

VolkerK  am  25. September 2006



Seite 1 von 1 Seiten


Name:

Email:

URL:

Persönliche Angaben speichern

Benachrichtigung bei Folgekommentaren

Bitte gib das untenstehende Wort ein:


« « Der zweite Versuch ... | Goldene Böden » »