Wenn Hausverwalter träumen von Melody

In unserer Wohnbürowand finden wir ständig neue, nicht so spannende Dinge. Einen völlig bröseligen Haupt-Fernsehanschluss fürs ganze Haus zum Beispiel, der stümperhaft verlängert und einfach unter eine Dose gestopft wurde.

Der Verwalter unserer Eigentümergemeinschaft erklärte mir zunächst, dass sämtliche Leitungen in unserer Wohnung auch unser Problem seien, was ich dankend ablehnte, denn es kann nicht wirklich meine Sache sein, dafür zu sorgen, dass der Fernsehanschluss für alle Parteien funktioniert. Was übrigens schon aufhört, das Bild rauscht und der erste Mieter war schon oben, wir rüttelten am Kabelrest und TV ging wieder.

Dann meinte der Verwalter, ich solle das doch mal schön auf unsere Kosten machen lassen. Begründung: Falls wir die Wohnung mal wieder verkaufen wollten, sei es doch super nett, wenn wir das alles ganz fein in Ordnung gebracht hätten. Hallo? Als ich antwortete, wir hätten diese Wohnung als Geröllhalde gekauft, bei der sich auch kein Schwein darum geschert hätte, ob irgendwas für uns noch in Ordnung gebracht worden war, ganz im absoluten und völligen Gegenteil – und ich hätte jetzt nicht vor, für ein paar Hundert Euro den Hausanschluss sanieren zu lassen, falls ich mal eine Wohnung verkaufe, die ich gerade gekauft habe, wurde er reichlich ungehalten.

Schon nervtötend, wenn Kunden Fragen haben, das sehe ich völlig ein. Und dann noch so blöde Kunden. Frauen, die sich nicht von hirntoten Vorschlägen zur Erhöhung ihrer Kosten irritieren lassen, beispielsweise.

Nach diesem Vertrauen erweckenden Gespräch folgte ich auch nicht seinem Vorschlag, den alten Müll einfach rauszurupfen, denn mindestens zwei der Mieter im Haus hängen an dieser Anlage.

Seitdem lebte ich mit dem Hörer am Ohr, um die Unitymedia-Hotline zu erreichen. Ein witzloses Unterfangen, man kann durchaus gegen teures Geld ganze Stunden am Stück in der unangenehm beschallten Warteschleife hängen, ergebnislos.

Eben habe ich also ein Fax hingeschrieben: “Gestern habe ich vier Stunden in der Warteschleife Ihrer Hotline verbracht, und heute Morgen bereits über eine halbe. Es ist mir aufgrund eines vorhandenen Lebens inklusive Beruf leider nicht möglich, es weiterhin telefonisch zu versuchen – daher erwarte ich freudig Ihren Rückruf unter …”

Plus Erläuterung der Kabelsituation, versteht sich. Nicht, dass ich an Wunder glaube. Aber wenigstens ging das Fax durch und man kam hoffentlich auf der anderen Seite an, das ist doch mehr als man von der Hotline sagen kann.



Kommentare: (per RSS abonnieren)


Dürft bzw. würdet Ihr eine Schüssel aufs Dach klemmen? Würde ich tun (es sei denn, Ihr möchtet die anderen Tripleplay-Dienste nutzen). DVB-S (Digital-Satfernsehen) bietet immer noch das beste Bild. Ansonsten hilft vielleicht eine Nachfrage beim unitymedia-Presseservice.

Thomas J.  am  28. August 2007



Ja, das dürften wir - ein Eigentümer aus Ghana hat das schon zur Diskussion gestellt. Gute Idee, muss ich gleich mal zum Mann tragen, danke dir :-)

Melody  am  29. August 2007



Ich würde grundsätzlich Empfangswege bevorzugen, wo ich nicht von einem Dienstleister abhängig bin - IPTV oder Kabel - sondern wo ich selbstbestimmt empfange (Analog TV, wo noch vorhanden bzw. DVB-T, besser DVB-S).

Ja, wir haben digitales Kabel. Weils im Komplettpaket günstig drin war. Aber auch noch eine Schüssel auf dem Dach, und davon werde ich mich nicht trennen :-)

Thomas J.  am  29. August 2007



Du hast völlig Recht und ich habe gleich den Fernsehmenschen um eine grobe Kostenschätzung gebeten (400 Euro mit allem Zeugs und der Dachinstallation). Satelliten müssten wir uns raussuchen, meinte er, da muss ich mich mit mehr Zeit mal schlaumachen bald.

Melody  am  30. August 2007



Fragt den Mieter aus Ghana, welche Sender er haben möchte. Wenn der Satellit auf dem das läuft weit von Astra weg ist muss entweder eine zweite Schüssel dazu oder eine “Toroidal” (das ist eine mit nem breiten Bügel, auf dem die ganzen Empfangsteile aufgereiht sind).

Guckstu auch hier.

Thomas J.  am  31. August 2007



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