Warum gehen Handwerker ... von Beate

... eigentlich immer davon aus, dass man alles weiß?

Diesmal unser Heizungsbauer. Wir bekommen eine Tiefbohrung mit Wärmepumpe und Fußbodenheizung im ganzen Haus. Die Wärmepumpe ist mittlerweile aufgestellt, nur das Loch steht noch aus und deshalb ist die Heizung auch noch nicht angefahren (dass sie elektrisch auch noch gar nicht angeschlossen ist, steht auf einem ganz anderen Blatt ...).

Eigentlich hätte mit der Aufheizung des Fußbodens längst begonnen werden können, aber wir sind natürlich davon ausgegangen, dass das ohne Loch im Boden nicht geht. Theoretisch wäre es zwar möglich, die Wärmepumpe auch nur mit Strom zu betreiben, aber naja.

Und gestern teilt uns unser Held von Heizungsbauer mit, dass die Aufheizphase immer im reinen Strombetrieb gemacht wird. Wie bitte? Und warum wird uns das nicht von Anfang an mitgeteilt? Ihm war ja durchaus klar, dass es bei der Bohrung noch zu einigen Verzögerungen kommen kann. Ich behaupte jetzt mal, dass wir halbwegs intelligente Menschen sind, die sich relativ intensiv mit dem ganzen Thema Heizung beschäftigt haben, aber DAS hatten wir nirgends gelesen. Und unsere Ausbildung ist nun mal eine ganz andere. Ist es tatsächlich zu viel von einem Handwerksmeister erwartet, dass er seinem Kunden die relevanten Informationen gibt?

Anscheinend schon, wie wir in den letzten Wochen so feststellen durften.

Langsam befürchte ich, dass mein / unser Problem ist, dass wir es leider nicht immer schaffen, alle relevanten Fragen zu stellen. Aber sorry - dass ich hätte fragen sollen, ob denn für die Aufheizung des Fußbodens die Wärmequelle (= Tiefbohrung) überhaupt relevant ist, darauf bin ich nun wirklich nicht gekommen.



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Also, ich sag’s ja ungerne, aber ich hätte keine Wärmepumpe angeschafft. Es gibt da ein vernichtendes Urteil von der Öko-Test. Wärmepumpen, sagt man dort, erzeugen durch den Strombedarf mehr CO2 als eine Gas-Brennwerttherme.
Ich halte in heutiger stromhungriger Zeit ein BHKW (Blockheizkraftwerk) in Verbindung mit Solarthermie und Photovoltaik für die günstigste und ökologischste Lösung.
Das BHKW besteht aus einem mit Erdgas betriebenen Motor, der Dir pro 2 kWh Wärme eine kWh Strom schenkt (ohne, dass seine Effizienz bei der Wärmeherzeugung hinter der einer Brennwerttherme zurückstehen müsste).
Das ganze könnte in drei Bauabschnitten erfolgen (erst BHKW, dann Solarthermie und dann Photovoltaik) - sicherlich siehst Du, dass mein Traum darin besteht, keinen Strom mehr beziehen zu müssen und nur noch im tiefsten Winter oder für ein heisses Vollbad Gas abzunehmen ;-)

VolkerK  am  01. September 2006



Tja, Gas wäre auch meine erste Wahl gewesen - aber wenns halt keinen Gasanschluß am Bauplatz gibt, wird das schwierig. Und ein Gastank war für mich nicht wirklich eine Alternative, weil unser Grundstück sowieso schon miniklein ist.

Unsere Alternativen waren Ölheizung oder Pellets.

Die Möglichkeit mit Photovoltaik haben wir ja auch noch.

Beate  am  01. September 2006



Fakt: schon vor mehr als zehn Jahren haben Sole WP Jahresarbeitszeiten von durchschnittlich 3,5 gehabt (FAWA Studie, Schweiz).
Fakt: die durchschnittliche JAZ guter Anlagen war in den letzten 5 Jahren über 5,5. (Bestanlagen Studie, Schweiz)
Fakt: der politische Primärenergiefaktor von Strom ist 3, real in DE etwa 2,6.
Fakt: Gasheizungen brauchen auch Strom.
Daraus folgt, dass eine WP, die eine JAZ von besser als 2,6 hat, CO2 spart. Geld spart sie sowieso.

Siehe auch:
http://hendrik42.twoday.net/stories/1896913/
und
http://hendrik42.twoday.net/stories/949387/

BHKWs sind toll. Aber man muss erstmal ein Haus haben, das einen so hohen Energiebedarf hat, als das sich ein BHKW lohnt. Das lohnt sich nämlich nur, wenn eine gewisse Anzahl an Betriebsstunden zusammenkommt. Ein modernes EFH mit so 150qm ist dafür jedenfalls zu klein.

Und am Ende gilt: nur Energie, die man garnicht braucht, ist gute Energie :-). Also dämmen, dämmen, dämmen.

Gruß, Hendrik

Hendrik42  am  01. September 2006



Sorry, soll heissen: BHKWs sind für 150qm EFH _noch_ zu groß. Irgendwann gibts die auch in klein. So wie es Nano-Wärmepumpen geben wird. :-)

Hendrik42  am  01. September 2006



In Norwegen sind Wärmepumpen (Luft-zu-Luft) gerade dabei, der große Renner zu werden. Weil sie nämlich wesentlich günstiger im Stromverbrauch sind als Ölradiatoren oder vifter (verdammt, was war noch das deutsche Wort dafür? *grübel* sowas wie Heizlüfter?). Und billiger im Unterhalt als Strom-Fußbodenheizungen. Und machen ja angeblich ein gaaanz tolles Raumklima.

Da wir ja alle gerade vor dem Winter zittern, aber nicht wegen der Kälte sondern den erwarteten Strompreisen, überlegen die Politiker gerade, ob sie nicht den Einbau von Wärmepumpen subventionieren.

Gas gibt es hier im Sörlandet gar nicht. Und Pellets sind zwar vom Wärmewert besser als nomale Holzöfen, aber eben auch teurer.Lieben Gruß,
britta

the-sun  am  02. September 2006



Luft / Luft WP? Also Luft als Quelle und Luft als Heizmedium statt Wasser-Fußbodenheizung? Das ist sicher kostengünstiger, als mit einem Heizlüfter zu heizen, aber da bei höheren Temperaturen Staub in der Luft verschwelt gibt es Grenzen für die Temperatur und damit für die Heizleistung. Als einzige Heizung kann das nur gut in Passivhäusern fuktionieren. Und wenn man Luft aufheizt, wird sie trockener, ob das also für das Raumklima so gut ist? Heizlüfter ist ja auch nicht so toll.

Nein, da bin ich doch altmodisch und habe lieber eine Fußbodenheizung.. :-)

Gruß, Hendrik

Hendrik42  am  03. September 2006



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