Vorstellung und Rückschlage aller Art von Britta
Zur Einleitung: Ich lebe seit fast 2 Jahren wegen der Arbeit in Südnorwegen. Der Herzliebste und ich haben jetzt ein (renovierungsbedürftiges) Haus gekauft, weil ‘man das hier so macht’. Ganz ehrlich ist es leichter und schneller, ein Haus zu kaufen und zu finanzieren, als eine schöne und bezahlbare Mietwohnung zu finden. Und mit Mitte 30 sind wir hier schon echt spät dran. Der Mann ist Fußbodenleger, ich bin Tischlerin (und Innenarch mit Sinn fürs Praktische), wir können also das Meiste selbermachen. Nur Elektro- und Rohrleger-Arbeiten dürfen wir eigentlich nicht, weil muss alles abgenommen werden.
Häuser in Südnorge bestehen zu 80% aus Holz/Holzwerkstoffen und Gipsplatten. 10% Farbe, um alles zusammenzuhalten und der Rest für Haustechnik.
Elektroarbeiten, die älter sind als 15 Jahre, bestehen aus wild geklöppeltem Leitungswirrwarr, natürlich ‘über Putz’. Absperrventile an Wasserzapfstellen, wie Dusche, Küche etc. gibbet nich. Okay, sagen wir so: hab ich noch nie gesehen. Und ich habe in den zwei Monaten Haussuche mehr Häuser unter die Lupe genommen, als Mietwohnungen (9x umgezogen) in den letzten 12 Jahren.
Vieles ist hier anders als in D, lustig, unglaublich und manchmal einfach nur verwirrend.
Unsere derzeitigen Rückschläge lassen sich in Tipps für die Allgemeinheit umwandeln:
Wenn man schon beim nächtlichen Küche bestellen eine Schrankbreite ändert, weil es den gewünschten nicht mit Schubkästen gibt, dann sollte man das tunlichst irgendwo festhalten. Schriftlich. Nämlich, dass man die neue Wand hinter dem Herd dann auch die fehlenden 10 cm weiter rausssetzt. Und sich dann viel später, wenn gegipst und gespachtelt ist und man den ersten Schrank zusammenbaut, nicht wundert, dass man irgendwie einen 60er Schrank zuviel und einen 50er zu wenig hat. Glücklicherweise sind wir jedoch kreativ, tauschen den 40er Schrank unterm Fenster mit dem 60er und überlegen uns dann später beim Einbau, wie wir kreativ die theoretisch entstehende Lücke von 10 cm füllen. Noch habe ich ja die Hoffnung, dass sie praktisch gar nicht auftritt. :-)
Schlimmer ist jedoch, dass wir gerade wahlweise 130 oder 500 Euro aus dem Fenster geworfen haben, weil der Mann unbedingt die Wärmekabel (ähm, zu deutsch Elektro-Fußbodenheizungskabel?) selbst verlegen wollte, sich verrechnet hat, die überschüssigen 25 m mal abgekappt und für weitere Verwendung im Flur vorgesehen hatte. Und auf die Warmekabel dann 2 cm Fußboden gespachtelt hat.
(—> kleiner Exkurs: normalerweise heizt man hier mit Holz und Strom; kein Gas, selten mal wasserführende Fußbodenheizung)
Fatal nur: Die Kabel sind für eine bestimmte Raumgröße berechnet und man DARF sie NICHT kappen. Schade auch. 130 Euro sind’s, wenn wir einfach das Kabelende einspachteln und so tun, als hätten wir keine Fußbodenheizung in der Küche verlegt. 500 Euro, wenn wir den Fußboden wieder rausreißen und neu machen. Wir sprechen hier wohlgemerkt NUR von Materialkosten *seufz*.
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