Liefertermine von Volker Koenig

Melody hat sie aktuell, wir hatten sie neulich.

Im April haben wir einmal nicht im Baumarkt, wo der Preis spricht, etwas bestellt, sondern in seiner nahe gelegenen Konkurrenzfirma. Weil: Der billige Baumarkt hatte für das Gartengerätehaus 6-8 Wochen Lieferzeit angesetzt, der Konkurrenz 3-4 Wochen. Und es pressierte für ein Tierschutzprojekt, bei dem eine Unterkunft für gestrandete Vögel gebaut werden sollte.

Das Haus sollte rund 1000 EUR kosten, als Bausatz, naturbelassenes Holz mit allen notwendigen Befestigungsmaterialien.

Im Auftrag stand was von “Lieferung nach Absprache in der 15. KW”.

In der 15 KW kam dann kein Haus, sondern ein Anruf der Spedition.

 

Das Haus würde in der 17. KW, vermutlich am Donnerstag, geliefert. Nein, eine Zeit könne man uns nicht nennen. Nein, ein anderer Tag käme nicht in Frage, der Fahrer würde die Häuser in der vorgegebenen Reihenfolge liefern, da er sie nur so aus dem LKW bekäme. Die nächste Tour zum Niederrhein sei vierzehn Tage später.

Wir verblieben, da ja “Absprache” des Liefertermins im Vertrag stand, dass ich den Baumarkt informiere und verlange, dass die das Haus entgegen nehmen und mit dem eigenen Fahrzeug nach Absprache liefern. Der Baumarkt ist nur 6km von uns entfernt, und dieser Umweg sei kein Problem.

Der Verkäufer im Markt war irritiert, schließlich meckerte er rum, dass sein Kollege die Absprachenklausel schon wieder nicht gelöscht hatte und sagte die Lieferung zu. ‘Nein, die Nummer der Spedition bräuchte er nicht, er riefe direkt im Werk an.

Die 17 KW verstrich und kein Anruf, dass man uns das Haus liefern wolle, kam. Also rief ich an und erfuhr: Die Lieferung erfolge nicht in der 17. KW zum Markt, sondern erst in der 21. KW.

Irritationen kamen auf, ich meckerte nicht mehr sondern schrieb direkt ein Fax an die Geschäftsleitung. Ich hätte bei diesem Markt bestellt, weil er schneller liefern würde (zumindest habe er es versprochen) und nicht bei der Konkurrenz, bei der ich am Bestelltag als Großkunde in einer Sonderaktion 20% Rabatt bekommen hätte. Die Lieferung sei für die 15. KW zugesagt worden, nach seinen AGBen setze ich eine Frist zum Ende der 20 KW zur Lieferung. Danach würde ich die Leistung ablehnen und Schadenersatz verlangen

Man solle nur mal bedenken, dass vergleichbare Häuser anderer Hersteller andere Grundmaße hätte und das inzwischen erstellte Fundament daher komplett durch einen Unternehmer abgetragen und neu erstellt werden müsse.

Ab selben Tag kam noch ein kleinlauter Anruf des Verkäufers. Er sicherte uns 20% Rabatt zu, wenn wir die Bestellung nicht stornierten. Das war ein Wort.

In der 21 KW am Montag rief ich an, wann denn mit dem Haus zu rechnen sei. Der Verkäufer rief mich nach kurzer Recherche zurück und jammerte etwas unsägliches von unzuverlässigen Herstellern, die dann doch eine Woche später lieferten.

Wieder ein Fax an die Geschäftsleitung an die Faxnummer aus dem Telefonbuch) und direkter Nachfasser im Vorzimmer 40 Minuten später. Nein, ein Fax sei nicht angekommen. Ist aber bei mir rausgegangen. An die Durchwahl soundso. Nein, wo im Haus die sei wisse man nicht. Ich solle nochmal an die (offenbar geheime) Nummer des Vorzimmers faxen.

Eine Stunde später rief der Geschäftsführer an. Er verstünde mein Fax nicht. Er sei nicht in Verzug gesetzt worden, das einzige Schreiben von mir, das er vorliegen habe, sei mein heutiges Fax.

10 Minuten später hatte er auch das andere Fax und wurde leise. Inzwischen hatte er die 20% Rabatt im Vertrag entdeckt - seine Gewinnspanne bei den Häusern sei nur 15%, jammerte er. Er würde es klären.

Inzwischen hatte ich beim Hersteller angerufen und ausführliche Auskunft erhalten.

Nach meinem ersten Gespräch und der Absprache, der Baumarkt solle das Haus empfangen und mir dann mit dem eigenen Transporter liefern, sei der Auftrag storniert worden.

“Wenn der Mann uns gesagt hätte, dass es um eine Umleitung des Hauses zum Markt geht, hätten wir die Spedition angerufen. Er hat aber storniert und neu mit neuer Anschrift bestellt.”

Dann klickerte die Disponentin etwas auf der Tastatur.

“Und das erste Haus, das er mit Ihrer Anschrift bestellt hatte, war kesseldruckimprägniert, das hat er dann nach einer Woche storniert und neu bestellt, und deshalb hat er die 15. KW auch nicht als Lieferwoche einhalten können.”

...und es klickerte weiter…

“Und dann hat er das Haus nochmal in kesseldruckimprägniert bestellt mit der Lieferadresse des Baumarktes, das hat er aber nicht storniert, und dann erst eine Woche später ihres bestellt. Ich wette, der hat eins zuviel geordert.”

Dann rief der Marktleiter wieder an. Da sei ja wohl einiges schief gelaufen.

Ich grinste innerlich

“Ich sage Ihnen eine Lieferung in der 22. KW verbindlich zu.”

Das hätte ich schon zweimal gehört.

“Der Mitarbeiter ist sehr zuverlässig und sorgfältig, am Durcheinander ist der Hersteller schuld.”

Ich schlug vor, dass er erstmal ins Lager geht. Wenn er dort ein seit zwei Wochen auf einen Kunden wartendes Holzhaus aus kesseldruckimprägiertem Holz fände, solle er der Disponentin beim Hersteller schöne Grüße von mir bestellen und sich die Historie einschließlich der Auftragsbestätigungen zufaxen lassen. Als uns die 21. KW als Liefertermin genannt wurde, war das Fax mit der Bestätigung der 22. KW als Liefertermin schon 3 Tage im Markt gewesen. Er solle bitte Rücksicht haben, dass ich Terminzusagen seines Hauses nicht traue.

Eine Stunde später kam er mir dann nochmal 50 EUR entgegen. Das Haus wurde in der 22. KW geliefert.

Besonders interessant fand ich seine Aussage, er sei 60 Jahre und seit 40 Jahren in der Branche und ich könne auf seine Erfahrung bauen. Ich erwiderte, dass ich zwar erst 40 sei aber schon in mehr Branchen und mehr Berufen tätig war als er und dass ich es nirgends erlebt habe, dass ein im Telefonbuch aufgeführtes Fax “vermutlich irgendwo in der Presseabteilung” stünde und mehrere Schreiben, die an die Geschäftsführung adressiert seien, zwar bearbeitet wurden aber nirgends abgeheftet sind.

Hinweise auf die DIN und ISO-Nummern der entsprechenden Qualitätsmanagementsmerkmale hab ich mir dann verkniffen.



Kommentare: (per RSS abonnieren)


Lieferschwierigkeiten gehören wohl irgendwie dazu heutzutage :-(

Wie gut, dass ich eben beim wahrscheinlichen zukünftigen Internetprovider ISH angerufen habe: DREI Wochen dauert ein neuer Anschluss, aha ....

Melody  am  03. Juli 2006



Vorsicht mit Ish für was anderes als Kabel-TV. Vor allem nicht als Telefonanbieter. Bei c’t-TV und WISO wurde mehrfach davor gewarnt: Kunden waren nicht erreichbar, und der Provider anschließend auch nicht (und BLOSS nicht zu Alice, mein Schwager ). Am besten Telefon und Internet von Telekom oder einer privaten Gesellschaft ähnlich Netcologne.

Thomas J.  am  03. Juli 2006



ups, da fehlt was: wer meinen Schwager, frischgebackenen Alice-Kunden, erreichen wollte, hörte nur “kein Anschluss unter dieser Nummer”. Als Freelancer ist sowas ungesund…

Thomas J.  am  03. Juli 2006



Ich kann Thomas nur zustimmen.
ish kommt mir nicht mehr ins Haus, Arcor hat meine Schwägerin und sie ist in geraden Wochen nur vormittags telefonisch erreichbar.
T-elekom als T-elekom ist die beste Wahl (zumal T-elefonie und DSL für 10 Euronen als Flachrate anlässlich der WM zu kriegen sind).
Als 1&1 oder Web.de oder gmx.de oder andere wiederverkauft zieht T-Elekom magisch Ärger an (siehe c’t-Rubrik “Vorsicht Kunde”).

VolkerK  am  03. Juli 2006



Echt, so schlecht? Unsere Noch-Mieter scheinen Ish zu haben fürs Internet und es klingt so verlocken, 6mbit internet für einen Zehner mehr im Monat ...

Melody  am  03. Juli 2006



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