Liebe Nachbarn. von Melody

Fundstück aus der ZEIT online. Völlig ohne Multikulti, wie einer der Kommentatoren ganz richtig bemerkt. Wir haben heute (unerwartet) den Nachmittag damit verbracht, dem Unterwohner beim Verlegen seiner Satellitenkabel durch unsere Baustelle zu helfen, damit er TV-Sender aus Ghana empfangen kann, was mich wieder daran erinnert, dass ich mich seit Ewigkeiten darum kümmern wollte, dass wir mal die Empfangsmöglichkeiten bekommen, die mir so vorschweben. Andererseits, wenn man eh nicht zum Gucken kommt ... was soll’s.

Die Typisierung der Nachbarn ist sehr lustig, zumindest vom Hörensagen kennt man sie alle.

Ein Typ fehlt: Die feige Frau Haltetmichdaraus, die bevorzugt über jede ungünstige Regelung für die Mietergemeinschaft jammert und klagt, sich aber bei akuten Problemen bitte grundsätzlich niemals dafür einsetzen möchte, dass sich etwas ändert, denn solche feinen Damen möchten ja nicht »anecken«.

Unsere letzte Mietwohnung war ein Häuschen im Garten hinter einem großen Haus, in einer gespenstisch ruhigen Gegend einen KM weiter zum Stadtrand hin. Es war oft so ruhig, dass man total zusammenzuckte, wenn der russische Hausmeister würgende Kotz-Hustengeräusche auf seinem Balkon machte, denn er war in der grünen Idylle der Hintergärten der einzige Geräuschfaktor tagsüber. Rotz-kotz, röchel. So verbrachte er mit seinem besten Freund Wodka und einigen Päckchen Zigaretten den Tag.

Abends kam dann die Verwandtschaft und es wurde bis vier Uhr früh lautstark gesoffen. Nicht einmal, nicht zweimal. Manchmal monatelang am Stück. Bitten um Ruhe wurden mit russischen Flüchen erwidert. Hm.

Frau Haltetmichdaraus litt sehr darunter und wir sowieso. An Beschwerden wollte sie sich aber lieber nicht beteiligen. Einmal fiel sie mir sogar in den Rücken, als der Mann mit dem verbrauchten harten Gesicht in der Waschküche amok-artige Aktionen veranstaltet hatte. Begründung: Die Russen ziehen ja eh bald weg.

Weg zogen dann wir. Nicht deswegen, aber es trug bei.

Frau Haltetmichdaraus behielt übrigens Recht. Der Hausmeister ging zurück nach Sibirien. Nach ihm zogen in die günstig gelegene Wohnung über dem Garten zwei, drei Familien aus seiner Verwandtschaft ein. Zwei, drei Familien gleichzeitig. Wie ich hörte, sind die russischen Parties jetzt erst so richtig schön geräuschvoll. Tja. Man hätte sich halt rechtzeitig beschweren müssen. Gemeinsam vielleicht sogar.

Es gibt definitiv sowas wie globales Karma :-)



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