Handwerker nutzen das Internet? von Jens Matheuszik

Vor ein paar Tagen schrieb ich ja, daß ich Handwerker via eMail gesucht habe. Inzwischen habe ich da einige Erfahrungen sammeln können, von denen ich gerne berichte.

Vorab sei jedoch gesagt, daß ich mitnichten vor hatte mit diesem Blog-Beitrag Handwerker zu suchen - da hatte ich mir nicht sooo die Chancen ausgemalt und insofern sind natürlich Tipps auf andere Seiten dahingehend schon sinnvoll, aber ich wollte hier ja nur dokumentieren was ich eigentlich wollte. Auch wenn sich schnell (siehe auch die Kommentare hier) herausstellte, daß ich das noch nicht vernünftig formulieren konnte…

Doch jetzt zu meinem kleinen “Erfahrungsbericht”:

Insgesamt 26 (in Worten: sechsundzwanzig) eMails gingen an die Handwerker in Bochum und Herne, die in den Gelben Seiten auch ihre eMail- und/oder WWW-Adresse angegeben hatten. Bei denen, bei denen nur ein weh-weh-weh dabei stand, habe ich die jeweilige Seite besucht, um eine eMail-Adresse zu finden. Diese haben die in dem Beitrag Handwerker via eMail gesucht genannten Informationen erhalten und ich bat um einen unverbindlichen und kostenlosen Kostenvoranschlag.

Die Reaktionen waren beeindruckend - auf eine gewisse Art und Weise:

1 x User unknown

550 MAILBOX NOT FOUND
550

<######@###.###>

... User unknown

Tja, da findet wohl wer seine Mailbox bei einem großen und bekannten in Deutschland tätigen Provider nicht mehr… wahrscheinlich unnötig zu erwähnen, daß es auch die angegebene Website nicht mehr gibt. Stattdessen kam da etwas was ich bisher nur recht selten gesehen habe - eine DeNIC-Sperrseite, wonach es wohl derzeit rechtliche Probleme mit dieser Domain gibt.
Ah ja… schnell weg!

1 x Mailbox full

552 MAILBOX FULL

Der nächste hat zwar noch ‘ne Mailbox im Betrieb, aber die ist voll… entweder da hat jemand sehr viele Anfragen und sehr viele Aufträge oder aber keinen vernünftigen Spam-Filter oder aber (am wahrscheinlichsten) einfach seine eMails schon länger nicht abgerufen.
Nun ja, auch niemand den man beauftragen sollte…

4 x “Keine Zeit!”
Von einigen angeschriebenen Handwerkern bekam ich entweder per eMail oder aber per Telefon die Mitteilung, daß man leider derzeit meinen (zeitlich eng gebundenen) Auftrag nicht berücksichtigen könne, da man derzeit viel zu tun habe.
Freut mich natürlich für die Handwerker, daß die volle Auftragsbücher haben (kein Wunder bei dem Damoklesschwert der 19 % Mehrwertsteuer ab nächstem Jahr) - aber leider schlecht für mich.

ca. 17 x _
Keinerlei Reaktion - das war noch die “Reaktion”, die am meisten auftrat. Meiner Meinung nach viel zu häufig…

3 x telefonische Rückfragen
Insgesamt drei Rückrufe gab es, wo um weitere Details bzw. einen unverbindlichen Besichtigungstermin gebeten wurde.
Diese nahm ich auch zu zwei Dritteln wahr - doch dazu später in einem separaten Eintrag mehr…

Mein Fazit
Ich weiß nicht so recht, ob das Internet und seine Möglichkeiten bei einigen der von mir angemailten Handwerker so richtig angekommen ist. Zwar haben sie alle die erste Hürde (eMail-Adresse bzw. WWW-Adresse, wo man die eMail-Adresse finden kann) geschafft, aber die Reaktionen darauf sind - nun ja, meiner Meinung nach deutlich verbesserungsfähig.

Wenn ich solche Kommunikationsmittel grundsätzlich akzeptiere und auch anbiete - dann bitte aber auch richtig. Sowas wie “Mailbox full” oder gar “Mailbox not found” darf nicht sein - letzteres spricht dann nicht wirklich für den Handwerker bzw. deutet seine geschäftliche Situation an…

Ein Verbesserungstipp von mir wären übrigens automatisch auf eMail-Anfragen reagierende Mailserver, die z.B. eine Antwort wie “Ihre eMail-Anfrage ist eingegangen, wir kümmern uns schnellstmöglich darum!” absetzen, sobald eine eMail-Anfrage eingeht. Dann weiß man wenigstens woran man ist.



Kommentare: (per RSS abonnieren)


Hallo ja.
Ich denke, dass gerade kleineren Handwerkbetrieben das Fax eine wesentlich bessere Möglichkeit ist, um in Kontakt zu kommen.
Meine Eltern sind ja auch selbstständig und immerhin habe ich dafür gesorgt, dass der Webname registriert ist, wenn auch nicht in Benutzung (Geld für Programmierung ausgeben wollen sie nicht so recht, weiß ja auch keiner so recht was drauf soll, gibt auch keine Fotos bisher. Und das CMS des Profilhersteller ist zwar mit wenig Aufwand für Verarbeiter nutzbar, aber leider sehr sehr teuer).
Die Emails laufen auch ein, mein Paps liest sie sogar einmal die Woche. Aber antworten ist nicht so seine Stärke, er ruft dann lieber zurück. Sofern eine Telefonnummer angegeben ist. Allerdings sind die beiden auch 60 und beschätigen sich nur äußerst widerwillig mit ‘sowas’.
Handwerker unter 35 sollten meiner Meinung nach in der Lage sein, moderne Technik zu bedienen. Aber naja, ich bin auf weitere Berichte gespannt. :-)

Gruß aus Norge, Britta

the-sun  am  01. August 2006



Der Erstkontakt ist nur die erste Hürde auf dem Weg zum Vertrag. Ich hab mir vorgenommen, den Handwerkern nach dem Besichtigungstermin per Fax eine Drist zu setzen, bis zu der ich das Angebot oder eine ausdrückliche Absage erhalte.
Wir haben in den letzten Jahren so oft Handewrker vor Ort gehabt (insbesondere bei Baugewerken), die uns mit ihrer “geht nicht - gibts nicht” Mentalität den Mund wässrig gemacht haben auf die tolle Leistung, die sie erbringen werden, von denen dann aber trotz mehrerer Rückfragen kein Angebot einging. Das hat in einem Fall zu Verzögerungen bei unserem Vorhaben von drei Monaten geführt, weil mehrere Handwerker hintereinander nichts von sich haben hören lassen.
Ätzend.

VolkerK  am  02. August 2006



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