Goldene Böden von Volker Koenig
Nachdem uns der erste Laminatverteiler im Stich gelassen hat gab es drei Besichtigungen durch Handwerker.
Die erste direkt Dienstag. Finde ich geschäftstüchtig. Das für Dienstag abend oder Mittwoch angekündigte Fax mit einem Angebot ließ aber auf sich warten. Bis heute.
Fein, dann muss ich auch nicht absagen.
Den Zuschlag hat ein Freund der Schwiegerfamilie gekriegt, der als zweiter da war. Sofort gesehen, was zu machen ist, sofort unsere Trockenbauwände gelobt und das Dekor des Laminats.
Also bekam er den Auftrag, zumal er am Montag schon anfängt. Lediglich die Treppenabschlussprofile hab ich eben noch besorgt.
Dann kam Nr. 3.
Im Prinzip ist nichts gegen etwas üppigere Menschen zu sagen. Er kam mit dem SMART an, kam lachend und erstaunlich tänzelnd in die Diele und bekam dann angesichts der Treppe einen Schwächeanfall.
Lehnte sich an die Rigipswand und verschaffte mir ob seiner reichlich dreistelligen Masse, die hart auf den Gipskarton aufschlug, einen Schweissausbruch.
Strich sich durch das schüttere, ungewaschene Haar auf seinem Haupte.
Atmete so tief und schnell, dass ich spontan nach einer Papiertüte suchte.
“Jetzt ist mir klar, warum die Konkurrenz hier abgehauen ist. Die Treppe ist ja der Horror.”
Die Konkurrenz war nie hier und hat auch kein Foto gesehen.
“Da ist das Problem, dass ich den Parkettleger erstmal dazu motivieren muss, das ordentlich zu machen.
Ich zwinge die Leute meistens dazu, gewöhnlich mit Geld.
Seine Gesichtsfarbe wurde bläulich. “Ne, lassen Sie sich gesagt sein, das machen Sie bestimmt pingeliger als mein bester Parkettleger. Wissen Sie was, kaufen Sie sich einen hübschen Teppich, den lege ich Ihnen in zwei Stunden.
Schade, dass ich erst loslachen durfte, als er das Haus verlassen hatte.
Eine versteckte Kamera hab ich auch nicht gefunden.
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