Fortschritte von Melody

Als vor ein paar Tagen das Telefon klingelte und Herr Hollas sich meldete, hatte ich schon gar nicht mehr mit einem Ausweg aus der Tapezier- und Wandoberflächenkatastrophe gerechnet. Die Küche war ja frisch verputzt, das Bad würden wir irgendwie hinzukriegen versuchen ... und der Flur? Hilfe. Auch nach stundenlangem Schaben waren nicht alle Reste vorheriger Generationen entsorgt, wir richteten uns innerlich also allmählich auf das Übergangswohnen in einer eher krustigen Umgebung ein.

Dann meldete sich Herr Hollas, geschickt von unserem tollen Fliesenleger, und seitdem wissen wir so ungefähr, wie sich schlecht erzogene amerikanische Jugendliche in “Boot Camp” Erziehungslagern fühlen. Aber das mit Wonne, denn mit seinem charmanten Herumgescheuche hat er völlig Recht, wir hätten sonst keine Chance. Außerdem haben wir ja auch tatsächlich keine Ahnung und er gibt uns die richtigen Tipps - heute sah der Flur doch tatsächlich wie etwas aus, das zu einer Wohnung gehört, damit hatte ich schon gar nicht mehr gerechnet. Das waren wir zwar nicht selbst, aber immerhin. Oliver kann natürlich wieder alles, was gefragt wird, nach 2 Sekunden Anleitung.

Der Reibeputz oder Streichputz wird zuerst zu einer muffinteigzähen Pampe angerührt (das war meine Aufgabe, glücklicherweise habe ich Fingernägel aus Stahl) und dann großflächig verstrichen. Für einen Putzlaien wird das nicht so einfach sein, wie es bei Herrn Hollas aussah. Die brüchige Bröckelwand verwandelte sich im Nu in eine weiße Fläche, ganz wie bei einer echten Wand. An einer Stelle kam ein weiterer Schornstein durch, ebenfalls versottet, dabei haben wir gerade den ersten mit Rigipsplatten umkleiden lassen ... ich war zuerst ganz schön geknickt, aber Herr Hollas beruhigte mich. Er hat ein Zeugs, mit dem man die Versottung streichen kann, wenn dann die Tapete geklebt wurde, wird man nichts mehr sehen.

Morgen müssen wir unbedingt neue Fotos machen.



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