Ein Ende ist in Sicht. von Melody
Unsere ganzen Klamotten sind hier, die alte Wohnung ist gestrichen, der Sperrmüll für beide Wohnsitze kommt am Montag, die Übergabe ist aber natürlich am Freitag, unserem letzten offiziellen Mietvertragstag.
Das Umzugsunternehmen kam statt um 8 Uhr früh um 12 Uhr 30, ich gehe mal davon aus, dass ich mit etwas Mühe ein erstes graues Haar finden könnte, mir ging es mit dem Warten aus nachvollziehbaren Gründen gar nicht so richtig gut. Erheiternde Erlebnisse lockerten diesen Hammertag noch etwas auf, abends steckten wir dann zwischen 40 Kisten fest, die den schmalen Flur und jeden freien Fleck verstopften. Geschafft!
In der Dusche bewahrten wir währenddessen beleidigte Katzen auf, hinter der Glastür mit Klo, Decke, Futter und Wasser sassen sie sicher und lebten sich ein paar Stunden später mühelos ein. Heute hat ‘unser’ Tischler Herr Melter im Flur katzensichere Fliegengitter angebracht und man kann wieder lüften, Kenzo findet das super und balanciert auf dem Fensterrand - wir werden ihm auch noch ein Fensterbrett oder drei spendieren.
Seit Sonntagabend packe ich im Grunde nur aus, um endlich im Chaos meinen Arbeitsplatz wieder zu entdecken. Oliver packt täglich ein Dutzen Kisten auf den Dachboden hoch und langsam sieht es hier so aus, als ob man wohnen könnte.
Dank dem Tischler on Tour haben wir einen gewaltigen Stauschrank im Bad, um den ich schon sehnsüchtig herumzappele, der muss noch ein bisschen stehen, bis ich alles reinräumen kann. Waschmaschine verschwindet hinter Schranktür, fein. Das Bad ist sehr schön geworden, und es ist fantastisch organisiert (Fotos, wenn ganz fertig). Es macht irrsinnigen Spaß, solche Räumlichkeiten durchzuplanen und ich bin angenehm durchblutet, weil ich jetzt immer wieder um Tipps gebeten werde oder jemand fragt “wo haben Sie dies und das denn gekauft” oder “wie sind Sie denn auf die Idee gekommen?” Muss man auch mal geniessen, so oft richtet man keine eigenen Räume ein.
Morgens wird man vom Duft der ersten Ladung heller Brötchen in der Bäckerei nebenan geweckt, das riecht wunderbar und noch besser ist, dass ich gar nicht so wild auf Brötchen bin und darum trotzdem mit Appetit lieber Vollkornbrot esse. Seit wir die Wohnung gekauft haben, hat immer wieder jemand geunkt, dass die Kirchenglocken “also das wäre ja nichts für mich”, und heute ist mir dann zum ersten Mal aufgefallen, dass wir die gar nicht hören. Man wohnt sehr schön so nah an der alten Kirche, zwischen den ganzen alten Häusern. Ich bin aber trotz der heimeligen Atmosphäre der alten Gebäude froh, dass wir kernsaniert haben.
Kommentare: (per RSS abonnieren)
Klingt doch gut!
Und selbst wenn die Kirche stören würde - da gewöhnt man sich imho schnell dran.
Jens am 27. September 2006
Herzlichen Glückwunsch zum (fast, Übergabe der alten Wohnung steht ja noch aus) überstandenen Umzugs- und Renovierungsdrama. Brötchenduft als Wecker muss wunderbar sein. Und wer neben einer Kirche wohnt, bemerkt die Glocken nur, wenn sie mal nicht zur üblichen Zeit läuten. Das weiß ich aus eigener Erfahrung
Feli am 28. September 2006
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