Empfehlung Parkett von Melody

Durch eure Kommentare auf dieses Posting angeregt, haben wir uns mit den verschiedenen Parkettarten auseinandergesetzt und überlegt, was für uns in Frage kommt.

Industrieparkett, auch Stabparkett genannt, kennen wir aus mehreren Lieblings-Bars und -kneipen, es ist sehr robust, kann mehrfach abgeschliffen werden und ist preiswerter als ‘normales’ Parkett. Es besteht sozusagen aus vielen Reststückchen der Parkettproduktion, ist aber ein Massivholzboden. Das Gesamtbild ist bei den helleren Sorten ziemlich unruhig und kommt daher für uns nicht so in Frage.

Lackierte Böden, ob in matt oder hochglänzend, kommen für uns nicht in Frage aus dem bekannten Grund, dass jede Beschädigung das betreffende Stück richtig kaputtmacht, während geöltes Parkett auch mal ein bisschen ausgebessert werden kann.

Wir haben uns gestern eine lange Zeit in den Räumlichkeiten von http://www.holz-richter.de aufgehalten, in deren Ebay-Shop man Fertigparkett teils schon unter 18 Euro/qm bekommt, und wissen zumindest genau, was wir alles nicht möchten. Das lag nicht an Holz-Richter, die haben sehr geduldig unsere Anfängerfragen beantwortet und wir haben uns die gesamte Ausstellung angesehen ... mit dem Ergebnis, dass ich eigentlich am liebsten Massivholzdielen hätte und kein Fertigparkett.

Die müssten doch meiner bescheidenen weiblichen Logik nach viel unverwüstlicher sein, weil nicht gleich mehrere Schichten aufeinandergepapptes Zeugs rumquellen können, wenn mal ein Glas umfällt, und sehen viel schöner aus. Ob das nun machbar (bezahlbar) ist, weiß ich nicht: Ist es viel schwieriger, Massivholzdielen zu verlegen? Und: Die kann man doch gar nicht schwimmend verlegen, glaube ich - wie macht man dann die Trittschalldämmung?

Fragen, mit denen ich mich nun beschäftige :-)



Kommentare: (per RSS abonnieren)


Ich bin ja selber totaler Laie (ist Lain die weibliche Form?), aber Freunde von uns haben letztes Jahr im ganzen Haus Massivholzdielen (Douglasie) selber verlegt und nicht verklebt. Da kommt eine Lattenkonstruktion rein und darauf dann die Dielen. Wie genau hängt davon ab, ob die Dielen Nut und Feder haben oder nicht (oder so ähnlich). Trittschalldämmung kommt in die Unterkonstruktion - guckst Du hier http://www.holzhandel.de/Dielenfussboden.cfm

Dielen wären auch mein Traum gewesen, ist aber in Kombi mit Fußbodenheizung nicht zu machen.

Industrieparkett klingt übrigens nur im ersten Moment billiger - die Verlegung ist relativ aufwändig und von Laien nicht selber zu machen, so dass dann im Endeffekt fast 75 € / m² für die Verlegung oben drauf kommen. Aber es ist ja eine Anschaffung fürs Leben ...

Beate  am  18. Juni 2006



Wir haben verleimtes Massiv-Stabparkett in Kirsche. Das ist super! Und so warm - als hätten wir eine Fußbodenheizung. Ich kann Massivparkett oder Dielen nur empfehlen! Lieber ein wenig mehr investieren ... und ein Leben lang glücklich sein. :-)

Zum Verlegen kann ich leider gar nicht sagen. Ähm. ;-)

Susi  am  18. Juni 2006



Deine Putzfrau wird Dich für geölte Oberflächen hassen ;-) , obwohl sie viel schöner aussehen als versiegelte. Dafür ist der Pflegeaufwand auch mehr als doppelt so hoch. Und das Argument der Ausbesserung ist so auch nicht richtig, auch versiegelte Böden lassen sich unsichtbar ausbessern. Duch die Versiegelung muss die einwirkende Kraft aber viel höher sein als bei geölten Böden, will sagen, geölte Böden bekommen sehr viel leichter Dellen und Kratzer als versiegelte. Richtwerte für das komplette Abziehen und Bearbeitung der Oberfläche ist bei versiegeltem Parkett 15 Jahre, bei Dielen ca. 8 Jahre, bei geöltem Parkett 5 Jahre, Dielen noch weniger. Das hängt aber ganz entscheidend vom Holz ab. Je härter desto seltener.

Feli  am  19. Juni 2006



Und Fichte ist kein hartes Holz, wie du sagst
:/

Melody  am  19. Juni 2006



Meine Putzfrau hasst mich nicht. ;-) Vielmehr wischt sie die benützten Flächen einmal die Woche mit Wischwachs. Und das war’s. :-) Bei uns wurde geölt sogar im KiGa verlegt ...

Und ich selbst habe auch drei Kinder, von wegen Dreck und so. :-)

Susi  am  19. Juni 2006



Bei uns hat der KiGa auch geöltes Eichen-Industrieparkett und das sieht - bis auf ein paar Stellen an der Garderobe, wo im Winter die nassen Stiefel stehen - auch nach fast 10 Jahren noch sehr gut aus, obwohl noch nie abgeschliffen. Und eine härtere Belastung als KiGa kann ich mir nun wirklich kaum vorstellen.

Beate  am  19. Juni 2006



Doch, eine härtere Belastung als eine Kita kann ich mir vorstellen: im Eingangsbereich der Akademie der Künste ist Holzpflaster verlegt. Verfugt wurde es mit Quarzsand und sieht einfach nur geil aus ;-)

Du kannst aber Industrie- oder Hirnholz-Parkett nicht mit normalem Parkett oder Dielen vergleichen, denn üblicherweise läuft man nicht auf der Stirnseite des Holzes.

@Susi Wie lange hast Du das geölte Parkett schon? Länger als 10 Jahre? Denn die Wachse aus dem Wischwasser lagern sich mit der Zeit auf den weniger benutzten/begangenen Flächen und in den Ecken ab, weshalb es sich nach einiger Zeit empfiehlt, das komplette Wachs zu entfernen. Schleifen ist schwierig, weil das weiche Wachs das Schleifpapier verkleistert. Also bleibt nur abziehen. Und das ist eine Schweinearbeit, glaub mir, ich hab’s gemacht.

Feli  am  19. Juni 2006



@Feli: Das Industrieparkett was grundsätzlich anderes ist als “normales” Parkett, ist mir schon klar. Aber in meiner laienhaften Meinung ist Oberflächenbehandlung = Oberflächenbehandlung, egal welches Parkett drunter liegt.

Bei meinen Nachforschungen zum Thema bin ich aber schon dahinter gekommen, dass es da zwei grundsätzliche Lager gibt: Lack oder Öl - beides hat seine Vor- und Nachteile und man muss halt jeweils abwägen, womit man eher leben kann.

Beate  am  19. Juni 2006



Beate, die Oberflächenbehandlung hängt ganz entscheidend von der Nutzung des Raumes und von der Art des Parketts ab.
In unseren Gemeinderäumen hat man das wunderschöne Holzpflaster versiegelt, mit dem Effekt, dass überall Risse in den Fugen sind, denn Holzpflaster arbeitet sehr stark, deshalb ist die Versiegelung hier nicht geeignet.
Ich würde mir eine Empfehlung zu Holz und Oberflächenbehandlung in Abhängigkeit zur Raumnutzung von mindestens je einem (echten) Fachmann beider Schulen (Ölen/Versiegeln) holen und dann nach persönlicher Präferenz entscheiden :-)

Feli  am  19. Juni 2006



Hi Feli, wir haben unser Kirschbaumparkett 2,5 Jahre. Noch sehe ich von Ablagerungen nichts, aber das mag gut sein ... Aber nach zehn Jahren werden wir das Parkett ohnehin schleifen lassen müssen, denn Kirsche ist einfach keine Eiche. ;-)

Susi  am  19. Juni 2006



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