Eine Küchenodyssee endet(?) von Jens Matheuszik

Vorweg: Eigentlich war dieser Eintrag etwas umfangreicher. Als ich jedoch zur Sicherheit einmal “Schnellspeichern” wollte, verlangte die ExpressionEngine von mir wieder mein Passwort. Das gab ich bereitwillig an, aber der Text war dennoch verschwunden. :(
Da ich schlauerweise gerade mit Firefox und nicht mit Opera am Arbeiten war, konnte ich auch nicht mittels der Z-Taste eben sofort eine Seite zurückgehen (ohne irgendetwas neu zu laden). Mit Opera kann man nämlich dadurch das eine oder andere Formular bzw. den Inhalt davon sichern…

Die Küchenodyssee, von der ich hier in eigener Sache berichte, ist nach aktuellem Stand in mindestens drei Kapitel einzusortieren:

  • Kapitel I: Beratung und Kauf Was alles während diverser Küchenberatungen passierte. Ein Kapitel, welches sich in rund 20-30 Unterkapitel gliedern lassen könnte - wenn es denn nicht dadurch zu viel werden und daher die Leute langweilen würde…
  • Kapitel II: Nach dem Kauf und die Lieferung Kaum hat man den Vertrag unterschrieben ist alles irgendwie ... anders. Und irgendwann krönt dann die Lieferung die Odyssee…
  • Kapitel III: Nach der Lieferung ... wenn dann nicht leider doch noch ein drittes Kapitel folgt, in dem beschrieben wird, was alles nach der Lieferung passieren kann.

Aber keine Sorge, ich werde jetzt mit nur einem Blog-Eintrag hier bei Schutt und Asche fast alle Kapitel abhandeln. Dabei versuche ich mich auch kurz zu fassen…


Kapitel I: Verraten und Verkauft Beratung und Kauf

Angefangen hat alles im März 2006:
Ich machte mich frohen Mutes auf, um das erste Küchengeschäft aufzusuchen um dort meine Wünsche zu äußern und eine kompetente Beratung zu erhalten. Leider sollte dies nicht der Fall sein, denn die “Beratung” war nicht wirklich positiv; es war ein ziemlicher Fehlgriff. Einzelheiten kann man im verlinkten Beitrag nachlesen, ein besonderes Highlight ist jedoch immer noch die Reaktion auf meine Bitte einen Hochbackofen einzuplanen:

“Hochbackofen brauchen Sie eh nicht.”

Nach dem Besuch dort war mir klar, bei welchem Laden bzw. eher gesagt bei welcher Verkäuferin ich explizit nicht kaufen werde. Wäre ja zu schön, wenn diese Personifikation der Unfreundlichkeit irgendwie von meinem Kauf durch Provisionen o.ä. profitieren würde.

So schlimm ging es jedoch nicht immer zu, direkt danach bei der zweiten Beratung ging es dann gleich viel gesitteter zu und der Verkäufer konnte mir auch mit Argumenten und nicht mit dummen Floskeln und Platitüden den Hochbackofen ausreden.

Danach folgten diverse weitere Beratungen, die teilweise nur 100 Sekunden dauerten, oder wo ich selber dem Verkäufer am PC helfen mußte.

Zwischenzeitlich übermannte mich auch schon der Küchenfrust: Warum bitte hat kaum ein Küchenhändler realistische Preise? Fast überall müssen noch diverse Rabatte, Sonderaktionen und Hauspreise abgezogen werden. Wenn ich handeln will, dann fahre ich auf einen orientalischen Basar - oder aber zu einem beliebigen Küchenhändler, denn anscheinend sind die angegebenen Preise in Prospekten nur sehr sehr unverbindlich. Nicht einmal die Rabatte selbst sind transparent, wie ich irgendwann feststellen mußte.

Irgendwann dann stand jedoch die Entscheidung fest - überraschenderweise wurde es sogar der selbe Laden, wo ich anfangs meine schlechten Erfahrungen mit der Beraterin hatte. Selbstredend habe ich natürlich nicht bei ihr die Küche geordert, was noch zu einigen lustigen Verwicklungen führte. “Mein” Berater war übrigens, wie er mir irgendwann sagte, fast der Meinung, daß ich ein Küchentestkäufer wäre, da ich mich ja schon ein wenig auskennen würde. Nun ja, weit über 20 Küchenberatungstermine haben mich leider mehr oder weniger geprägt… ;)

Nachdem ich bei Apfelschorle und Prospektlektüre mehr als eine Stunde warten mußte, zwischenzeitlich feststellte, daß nicht mal die ganzen Rabatte transparent waren (s.o.), endete dann endlich das erste Kapitel der Küchenodyssee und ich hatte den Vertrag bei Astroh unterschrieben.


Kapitel II: Nach dem Kauf und die Lieferung
Als dann der Vertrag unterschrieben war, war irgendwie eine “Leere” in mir:
Nicht mindestens ein Besuch pro Woche in einem Küchenladen, kein ausgiebiges Stöbern mehr in diversen Prospekten und Werbebeilagen… nichts. Vor allem letzteres stellte ich ein, wollte ich doch nicht wissen, ob es nachher wo anders jetzt doch noch bessere Angebote gibt.

Mitte Mai kam ich dann erstmalig in die neue Wohnung und von Astroh kam jemand um die Wohnung professionell auszumessen. Dabei stellte sich dann heraus, daß die mir bekannten Maße für die Küche leider nicht korrekt waren: Rund 4 cm zu viel Küche bzw. 4 cm zu wenig Wohnraum war vorhanden. Ich hatte mich da leider auf die (übereinstimmenden) Daten von Vorbesitzer bzw. Vormieter und dem Grundrissplan verlassen.
Naja, genau dafür bietet neben Astroh fast jeder andere Küchenhändler auch an, daß jemand von ihnen selbst sich das ganze genau anschaut und nachmisst. Ich persönlich würde hier an der Position “Aufmaßnehmen” nie sparen: Soll doch jemand von der Firma verantwortlich sein, wenn irgendwas nicht korrekt gemessen wurde, als daß ich z.B. 70,- Euro (so der Preis bei einem Mitbewerber) dafür spare und sich dann nachher herausstellt, daß die gelieferte Küche nicht passt.

Dann am 2. August 2006 (eigentlich sogar schon eher, aber die Handwerker waren nicht rechtzeitig fertig) war es endlich so weit: Die Küche wurde geliefert!

Kapitel III: Nach der Lieferung
Nachdem am 2. August zwei von Astroh die diversen Schränke, Elektrogeräte, Arbeitsplatten usw. in den dritten Stock trugen, sollten am nächsten die Monteure kommen. Diese kümmerten sich um den Aufbau und den Anschluß der Küche. Sie kamen sogar schon einen Tag eher, man stellte dann gemeinsam fest, daß es zu wenig Steckdosen gibt (obwohl das eigentlich beim Aufmaß explizit angesprochen wurde und gesagt wurde, die Steckdosen reichen für die Elektrogeräte aus) und ich durfte noch mal schnell Dreier-Steckdosen und eine Verlängerungsschnur holen.

Bei der eigentlichen Abnahme sagten mir die beiden sofort, daß zwei Dinge nicht in Ordnung wären:

  1. Falsch ausgemessene Granitplatte Die Platte war zwar an sich lang genug - aber dann stimmten die Aussparungen für Spüle und Herd nicht. Wenn man die Platte von den Aussparungen her korrekt montierte, fehlten jedoch ca. 10 cm links. Anhand des im Beitrag verlinkten Bildes kann man das recht gut erkennen. Hier bin ich ja richtig froh drüber, daß das ganze von Astroh ausgemessen wurde - insofern ist das also nicht mein Fehler. Die Monteure haben erneut Maß genommen und die neuen Daten an Astroh gegeben. Es soll jetzt bis zu drei Wochen dauern, bis die neue Platte da ist.
  2. Defekter Kühl- bzw. Gefrierschrank Das ist schon ärgerlicher - der Kühl- bzw. Gefrierschrank funktioniert nicht. Irgendwelche Stromprobleme. Aber am Tag zuvor (so versichern es jedenfalls die Monteure) lief er. Nur jetzt nicht mehr. Mir persönlich ist es ja ganz recht, daß er schon zur offiziellen Abnahme nicht mehr lief. Jetzt soll jemand vom Bosch-Kundendienst das ganze sich anschauen und dann wird wohl ein Austauschgerät geliefert. Mal sehen wie schnell das ganze geschieht - denn so ohne Kühlschrank ist das ja schon etwas suboptimal.

Insofern ist die Küchenodyssee also doch noch nicht beendet - ich bin mal gespannt wie es weiter geht. Lustig war es ja schon, als man steif und fest behauptete, daß ich 500,- Euro zuviel gezahlt hätte... leider merkte Astroh schon einen Tag später den eigenen Fehler…



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Ich fand das bei uns nicht so sehr orientalischer Basar, sondern mehr Hamburger Fischmarkt. Da wird ein Preis genannt und dann werdem solange Rabatte gerufen und Zugaben gemacht, bis man ermattet ruft: “Hier!”.

Schön zu lesen, dass das woanders auch so ist.

Tim  am  09. August 2006



Hallo, darf ich fragen in welcher Filiale bezw. Stadt sie bei Astroh Küchen gekauft haben?

Jenny  am  12. August 2006



Also was lustiges aus China. Ich hab fuer meiner Wohnung in Chengdu, Hauptstadt von Sichuan, auch ne Kueche geordert. Ausgemessen wurde 2 mal. Als die Geraete, Arbeitsplatte und Schraenke geliefert wurden, stimmte nur die Farbe. Ich hatte fuer die Haengeschraenke 2 Einlegeboeden bestellt, geliefert wurden sie mit einem, der Gasherd war das falsche Modell in der Kiste mit der richtigen Typennummer, aber zum Glueck war der Unterschied im Prospekt deutlich zu erkennen und die Arbeitsplatte, die, weil sie ueber Eck geht, aus 2 Teilen besteht, war auch etwa 10 cm zu kurz, an der Stelle wo die Platten aufeinanderstreffen sollten. Beim Glashaengeschrank gab es keine Glasboeden und statt 4 auch nur 3. Dabei hatten die 2 Monate Zeit fuer die Planung. Also alles wieder zurueck zur Fabrik und neu gemacht. Beim 2. Mal klappte dann “fast” alles: Die Tueren hatten keine Gummipuffer, sodass die dann hinterher noch angebracht werden mussten. Am Ende hat dann alles gestimmt und ueber den guenstigen Preis, weil es hier eben China ist, kann man auch nicht meckern. Im uebrigen hat beim Ausbauen der Wohnung das Meiste erst beim 2. oder 3. Mal geklappt und mir viele Nerven gekostet.

Chengduchris  am  13. August 2006



@Jenny:
Endgültig dann in Bochum. Aber ganz explizit NICHT bei einer bestimmten Verkäuferin…

Jens  am  16. August 2006



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