Eine kleine Auszugsgeschichte ... von Beate

... ist gestern passiert.

Okay, sie hat nur am Rande mit dem Auszug zu tun. Bzw. eher mit dem Streß, den so ein Umzug verursacht. Dieser Streß führt nämlich dazu, dass man kleinere Reparaturarbeiten schon mal aufschiebt.

In unserem Fall war es das defekte Schloss am Gäste-WC, das dazu führte, dass man die Tür nicht mehr richtig schließen konnte, weil keine Verbindung zwischen Griff und Falle mehr bestand.

Gestern kamen dann meine Schwiegereltern zu Besuch, um zwei Tage die Kinder zu betreuen, damit wir Zeit zum Packen und Auspacken haben. Irgendwann am Nachmittag wars dann soweit, dass Oma, Opa und die lieben Kleinen alleine in der alten Wohnung waren. Niemand hatte ihnen gesagt, dass die Klotür kaputt ist.

Aber eigentlich wäre ich auch davon ausgegangen, dass niemand auf die Idee kommt, eine Tür, deren Klinke nicht mehr funktioniert, mit Gewalt zu verschließen. Vor allem dann nicht, wenn der Raum kein Fenster und damit keine Fluchtmöglichkeit bietet.

Mein Schwiegervater kam trotzdem auf diese Idee ...

Ich kam ein paar Minuten später nach Hause, Oma reichlich aufgelöst vor der Tür.

Da ich mich mit Türschlössern nur begrenzt auskenne, habe ich erst Mal die Blende abgeschraubt und Griffe und Schloss entfernt. Hat aber nichts geholfen, die Falle saß ja fest.

Anruf bei meinem Papa, der hat in einem früheren Leben mal Schlösser gebaut. Der gab mir dann Tips, wie man sowas mit einer Kreditkarte aufbekommen könnte. Ergebnis: ich bin ein unbegabter Schlossknacker, so gings jedenfalls nicht. Und ganz nebenbei habe ich auch noch meine ec-Karte kaputt gemacht, die ich in der Hektik statt der abgelaufenen Kreditkarte erwischt hatte ...

Nächster Versuch mit dem aufgebogenen Schneebesen (anderen stabilen Draht konnte ich auf die Schnelle nicht finden) - ging ebenfalls nicht.

Mittlerweile war eine gute Stunde vergangen ...

Anrufe im Bekanntenkreis, ob jemand Erfahrung mit sowas hat. Tja, derjenigen, der es gekonnt hätte, war leider nicht abkömmlich, Beleuchter im Theater arbeiten am Samstag um 18:30 ...

Dann kam ein anderer Bekannter, mittlerweile war auch mein Mann eingetroffen.

Gemeinsam kamen sie dann auf die Idee, die Sache von der Seite anzugehen: Abdeckung von der Türzarge abbauen, Bauschaum rauskratzen, Zarge mit Gewalt etwas nach außen drücken. So kamen wir letztendlich dann an die Falle dran und die Tür war auf.

Insgesamt saß der Schwiegervater dann fast 2 h auf dem stillen Örtchen fest.

Ergebnis: eine einigermaßen zerkratzte Tür, die ich jetzt irgendwie wieder in einen Zustand versetzen muss, dass die Wohnung abgenommen wird, eine auszuschäumende Zarge und eine wieder zu befestigende Abdeckung. Gerade so, als hätten wir sonst nichts zu tun im Moment.

Wieso kommt man denn nur auf die Idee, eine Tür mit Gewalt zu schließen - ich kapiers wirklich nicht.



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