Drama, Baby, Drama von Melody

Unser Haus wird von einer Hausverwaltung hausverwaltet. Das klappt mal so, mal so. Man merkt doch recht häufig, dass die Verwaltung mit ihren viel größeren Kunden eher alle Hände voll zu tun hat als mit unserem sanierungsbedürftigen schönen alten Kasten.

Psychologische Dramen aber laufen ab, wenn man einen Kostenvoranschlag für durchzuführende Reparaturen haben möchte. Das geht dann ungefähr so und zieht sich über sechs bis acht Wochen:

Ich fordere einen Kostenvoranschlag an, in diesem Fall mal für die Reparaturen, die laut Dachinspektion fällig werden.

Hausverwaltung: Keine Reaktion.

Also erinnere ich bei nächster Gelegenheit daran, dass wir diesmal gerne einen Kostenvoranschlag sehen würden, statt einfach wieder kurz vor knapp überrollt zu werden. Ggf. will man ja Angebote vergleichen, außerdem möchte man als Eigentümer in jedem Fall wissen, was für Kosten anfallen werden.

Hausverwaltung: Keine Reaktion, auch nicht auf die Erläuterung hin.

Ein Fax hab ich dann geschickt, meine verschiedenen Fragen aufgelistet und daran erinnert, dass der Kostenvoranschlag noch fehlt.

Hausverwaltung: Schickt die Info mit den anfallenden Reparaturen an alle Eigentümer.

Ich erinnere daran, dass wir zu dieser Info noch den Kostenvoranschlag brauchen.

Hausverwaltung: Keine Reaktion.

(Das wiederholt sich dann noch so drei-, vier-, fünfmal.)

Ich frage nach, ob ich mich vielleicht selbst darum kümmern soll und verweise darauf, dass ich mich normalerweise nicht einmischen würde, aber sicher hat die Hausverwaltung ja genug zu tun ... und wir hätten nun mal gerne diesen Kostenvoranschlag.

Hausverwaltung (immer derselbe Mann, klar) schickt nochmals die Auflistung der anfallenden Reparaturen und verweist darauf, dass man uns dieses Schreiben doch schon verteilt habe.

Ich sammele meine geplatzte Hutschnur wieder auf und rufe die Dachdeckerfirma selbst an.

Dachdeckerfirma auf die Frage nach dem Kostenvoranschlag: Selbstverständlich, machen wir gerne, kein Problem.

Hausverwaltung auf die Info hin, dass ich mich jetzt selbst darum gekümmert habe: Es sei den Handwerkern gegenüber einfach unfair, deren Preise weiterzugeben, damit bessere Angebote erstellt werden können. Und ich solle mir vorstellen, das würde mir täglich mit meiner Arbeit passieren.

Das machte mich nun ein kleines bisschen wützend, zumal ich selbst schon mehrfach Dienstleister auf mir zu niedrig vorkommende Preise angesprochen habe, wenn sie mir ein Angebot gemacht haben - eben weil ich hier keine Sklaventätigkeiten um mich möchte, sondern normal bezahlte Tätigkeiten, so wie ich selbst auch normal bezahlt werden möchte.

Meine Antwort: »Hallo Herr ... ich weiß nicht, was Sie mir da unterstellen und ich weiß auch nicht, warum Sie das tun.

Es ist niemals die Rede davon gewesen, die Preise an jemand anderen weiterzugeben.

Sondern es ist die NORMALSTE Sache auf der ganzen Welt, sich vor Erledigungen einen Kostenvoranschlag einzuholen und diesen, falls nötig, mit Angeboten anderer Handwerker zu vergleichen.

Gar nicht normal ist es dagegen, dass für zu erledigende Arbeiten KEIN KOSTENVORANSCHLAG gemacht wird. Wir und die anderen Eigentümer hatten bei der letzten und bei der vorletzten und bei der vorvorletzen Versammlung ja schon darauf hingewiesen, dass wir gerne frühzeitig wissen möchten, was ggf. anfallende Reparaturen kosten.

Wenn der Kostenvoranschlag der Firma vertretbar ist, wird sich die Eigentümergemeinschaft sicherlich auch für diese Firma entscheiden. Wenn er uns seltsam vorkommt, wird mit anderen verglichen.

Keine exotische Geschichte, alles ganz normal und ganz sicher nicht “unfair” oder mit der Weitergabe von Angeboten verbunden.

Denn: Wer seine Geschäfte ehrlich und professionell abwickelt, muss Transparenz nicht fürchten, sondern kann sie sich souverän leisten - das wissen Sie doch selbst.«

Darauf könnte ich wetten, dass er das weiß.



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Wozu braucht man denn eine Hausverwaltung, wenn die eh nichts tut? Blöde Frage, ich weiß. Aber da würde mir auch die Hutschnur platzen.

In meiner alten (Miet)wohnung hatten wir auch solche Helden von Hausverwaltung - unsere Vermieter wussten nicht mal, dass bei der Sanierung des Gebäudes (neuer Anstrich aussen u.ä.) gleich in allen Wohnungen Löcher für eine Abzugshaube gebohrt werden. Und waren ziemlich erstaunt, als wir uns deswegen dann gemeldet haben ...

Beate  am  30. Juni 2008



Ich bin mir nicht sicher, was das sollte. Entweder hat er sich tatsächlich in die völlig dumpfe Idee hineingesteigert, ich wolle die armen Handwerker ruinieren ... oder es passte ihm einfach nicht, dass ich die durchgeführten Aufgaben ein bisschen “preistransparenter” gestalten möchte als bisher.

Eins von beidem :-)

Ansonsten finde ich es schon sehr sehr wichtig, dass eine neutrale Stelle alles regelt.

Melody  am  30. Juni 2008



P.S. und ihr hattet dann auf einmal ein Loch in der Außenwand, oder wie ging das?

*g*

Melody  am  30. Juni 2008



Ist schon klar - in der Regel war unsere Hausverwaltung auch ganz okay, aber manchmal konnte man echt nur den Kopf schütteln.

Das mit dem Loch war schon so ungefähr. Ich hatte es gerüchteweise von den anderen Bewohnern gehört, die sich schon darauf freuten, endlich eine Ablufthaube anschließen zu können und hab mich dann bei meinen Vermietern gemeldet, die aus allen Wolken gefallen sind. Es wurde wohl bei irgendeiner Eigentümerversammlung besprochen, aber im Protokoll stand nichts und deswegen wussten sie auch nichts. Genausowenig, dass die Fenster von außen gestrichen werden sollten (bei der gleichen Renovierungsaktion). Das Loch wurde dann von außen mit einer Klappe versehen und mit Zeitunspapier ausgestopft, weil wir keinen Dunstabzug hatten. Was das dämmungstechnisch für ein Schwachsinn war, darüber will ich lieber gar nicht nachdenken ...

Beate  am  30. Juni 2008



Warum machst du dir so viel Arbeit? Lass das Schreiben von einem Rechtsanwalt verfassen und gut ist. Sollte der Rechtsschutz abdecken, sofern du solchen hast. Ein Freund von mir kommuniziert nur noch auf diese Weise mit seiner Hausverwaltung. Und du glaubst gar nicht wie schnell die antworten…

durchblicker  am  21. Juli 2008



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