Dachschaeden VIII von Volker Koenig

Also Mittwoch.

Wir kamen nach Hause und - ein Wunder!

Die Waschküche war in Arcyl eingedeckt.  Wir waren glücklich.

Bis wir nach einem Tee die Arbeiten genauer unter die Lupe genommen hatten. Die Wellacrylplatten werden ordnungsgemäß auf den Wellenbergen verschraubt. Er hatte sie sinnvollerweise mit Hakenschrauben an der alten Unterkonstruktion festgezogen.

Die Platten werden seitlich jeweils eine Welle überlappt verlegt; an dieser Stelle liegen also zwei Schichten Acryl übereinander. Dachdecker C hatte jeweils in dieser Überlappung und in der Mitte der Platte je einmal verschraubt.

Egal, welchen Hersteller entsprechender Materialien ich per Internet konsuliert habe: alle fordern 4-7 Verschraubungen pro Platte, wobei im Überlappungsbereich erstmal gar nicht, und wenn doch, dann nur mit speziellen Kalotten verschraubt werden darf.

 

Und: Alle Schraublöcher müssen wenigstens 4mm größer sein als der Durchmesser der Schraube.  Das alles soll im Sommer vor Problemen mit dem Ausdehnungsverhalten schützen.

Bei uns waren also zu wenig Verschraubungen vorhanden, die Hälfte dazu verbotenerweise in der Überlappung und zudem waren die Löcher zu klein. An zwei Stellen war das Acryl bereits um das Schraubloch herum gerissen. Und an der Gartenseite fehlte der Dachüberstand, der die Terassentür vor Schlagregen schützt.

Das alte Wellscobalit war zur Garage hin mit Mörtel abgedichtet gewesen. Heutzutage gibt es von allen Herstellern passende Schaumgummistreifen, die dort eingeklemmt werden können. Es regnete an diesem Abend leicht und die ersten Tröpfchen rieselten unter dem neuen Acryl hindurch in die Waschküche - denn beim neuen Dach fehlte diese Abdichtung.

Ich kontrollierte noch die Deckenbalken - wieder hatte er es nicht geschafft, 2,50m zu erreichen, aber es war immerhin noch in unsere Toleranzen.

Per Fax teilte ich lapidar mit, dass nun über der Waschküche Acryl gedeckt sei und die vorhandenen Deckenbalken jetzt auf einer Höhe seien, die ich akzeptiere. Jetzt solle er den Schlüssel zu unserem Nebeneingang bitte in den Briefkasten werfen.

Donnerstag Abend war der Schlüssel noch nicht zurück gekehrt. Ich köchelte langsam mit kleiner Flamme und malte mir das Donnerwetter aus, wenn ich den Dachdecker Freitag zu Hause besuche und den Schlüssel verlange. Wir hatten an der Nebeneingangsür zwar ein altes Schloss, das nicht zu unserer Schließanlage gehört, montiert, weil wir mit von Handwerkern verlorenen Schlüsseln schonmal Ärger hatten - die Haftpflichtversicherung brach eine Diskussion vom Zaun, ob wir eine Schließanlage für 400 EUR bräuchten, ein paar Schlösser aus dem Baumarkt täten es bei Privatleuten ja wohl auch.

Aber leider stellte ich fest, dass der Dachdecker den einzigen Schlüssel zu diesem Schloss hatte und ich es daher nicht auf dem kalten Wege austauschen konnte.



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Diese Dachgeschichte macht mir langsam Angst. Es ist doch aber gut ausgegangen????

Melody  am  02. Juni 2006



Ich bin mir selber nicht ganz sicher, ob es eine Soap (=endlos) oder eine Telenovela (=hat ein Ende nach der 17. Staffel) ist.
Da aber selbst Else Kling sich als sterblich entpuppt hat hoffe ich, dass diesen Monat eine Wende eintritt.

Volker König  am  03. Juni 2006



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