Dachschaeden VII von Volker Koenig

Es wurde Montag.

Wir kamen nach Hause und das Ziegeldach des Nebengebäudes war eingedeckt.

Wow.

An der Regenrinne klemmte ein Anschlusskasten, der ordnungsgemäß in ein 80er-Rohr mündete, das mit einer Schelle an der Wand verschraubt war.

Lediglich das Acryldach schien noch zu fehlen, und die falschen Deckenbalken waren immer noch auf der falschen Höhe.

 

Dafür fanden wir eine Rechnung im Briefkasten.

Für die bisher geleistete Arbeit + Material bat Dachdecker C um eine “ÃÂkontozahlung” von 2.500 EUR. Sein Angebot belief sich auf rund 3.300 EUR. Ich schätzte, dass fast die Hälfte der Arbeiten noch ausstanden. Ärgerlich.

Außerdem kam unser Urlaub näher: Am Samstag sollte es los gehen. Wenn bis dahin kein Acryldach auf der Waschküche war, hatten wir ein wirkliches Problem:

Wer auf’s Dach kam konnte unter die Plane kriechen, die über der Waschküche gespannt war. Dort war zwar zum Rest des Hauses eine Tür mit Sicherheitsschloss und Ziehschutz und Sicherheitsglas, aber auch eine Stromversorgung fürs Werkzeug. Und ein guter Sichtschutz.

Die Versicherung würde auf keinen Fall zahlen, wenn durch diese Improvisation ein Einbrecher angelockt wird.

Ganz abgesehen davon, dass die Plane immer voller lief und schon an den ersten Stellen undicht wurde. Geschätzte zwei Badewannen voll Wasser hingen auf 6m Länge bedrohlich über der Waschküche. Die Plane war auf der einen Seite unter die Dachziegel des frisch eingedeckten Daches geklemmt.

Und deckte dadurch die Regenrinne ab: Ein kurzer Sturzregen und alleine das Gewicht des Wassers vom Giebeldach würde die Plane auf der anderen Seite unter der Leiter und den Steinen, die sie festhielten, wegziehen.

Also rief ich Dachdecker C an und fragte nach dem Verbleib des Acryldachs.

“Das wollte der Großhändler eigentlich heute geliefert haben.” - aha, wiedermal rheinischer Irrealis.

Wie lang sind denn die Lieferzeiten für das Acryl?

“Der hat gesagt, eine Woche und jetzt sind es plötzlich 10 Tage.”

Sie haben das Material also erst bestellt, als sie mit den Arbeiten schon begonnen hatten?!?

“Das mache ich immer so.”

Das ist aber eine komische Logistik.

“Was ist mit meiner Logik? ?”

Sorgen sie dafür, dass das Acryl am Mittwoch auf dem Dach ist. Wir fahren in den Urlaub und dann ist das Dach regen- und einbruchssicher. Sie haben gesagt, sie brauchen nur wenige Tage. Jetzt sind sie mit Ihren Arbeiten schon in der zweiten Woche und können uns keinen Fertigstellungstermin nennen. Das geht so nicht.

“Also bau ich das Acryldach bis Freitag ein.”

Wenn Freitag noch die Plane über der Waschküche hängt kriege ich keinen Handwerker, der daraus was Sicheres macht. Also ist meine Frist Mittwoch.

“Ok, wenn das Acryl bis Mittwoch nicht geliefert ist dann improvisiere ich ihnen etwas Dichtes und Sicheres.”

Dienstag hatte sich nichts verändert.

Mittwoch blieben wir lange im Büro, damit wir ihm nicht noch in Person begegnen.



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Oh Mann, den Typen hätte ich glatt mit seinem Provisorium erschlagen <grusel>.

frau G.  am  01. Juni 2006



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