Besuch der Innenarchitektin von Jens Matheuszik

Da plant man alles mögliche anhand von Besuchen in Möbelhäusern, den Eindrücken von Wohnungen bei Freunden und Bekannten, Katalogen und Websites - und dann kommt die Innenarchitektin.

Klingt jetzt
a) schlimmer
und
b) überkandidelter
als es wirklich ist/war… aber von vorne: Die Freundin des Kollegen meiner Schwester (ja, das erinnert an das Spiel mit der Bacon-Zahl) ist gerade mit dem Studium der Innenarchitektur fertig geworden und erklärte sich dankenswerterweise bereit auch mal bei mir ‘reinzuschauen. Letzte Woche war es dann endlich soweit:

Das das bisher weiß gestrichene Wohnzimmer ... nun ja ... nicht gerade eine Ausgeburt an gestalterischer Kreativität darstellt, ist mir natürlich auch klar. Ebenfalls frage ich mich schon seit ein paar Wochen, welcher Teufel mich dazu gebracht hat, die Sofas (ein Zwei- und ein Dreisitzer, letzterer mit Schlaffunktion und integriertem Bettkasten) in schwarz zu bestellen. Ich glaube wenn ich das via Internet, Telefon oder Telefax bestellt hätte, dann hätte ich die Bestellung wohl rückgängig gemacht (dem - inzwischen ins BGB integrierte - Fernabsatzgesetz sei Dank)...

Aber diese gestalterischen “Sünden” sind nunmal begangen - und wer könnte da besser Abhilfe schaffen als eine Innenarchitektin Diplom-Ingenieurin.
Übrigens: Wußte hier jemand (der nicht gerade Innenarchitektur studiert hat), daß man nach erfolgreichem Studium sich erstmal “nur” Diplom-Ingenieur nennen kann? Erst nach zwei-drei Jahren Berufserfahrung darf man den gesetzlich geschützten Titel Innenarchitekt verwenden. So sagte es mir jedenfalls meine Inn… Diplom-Ingenieurin und so steht’s auch auf der entsprechenden Website des Bundes der Innenarchitekten. Ich hätte das nicht gedacht, denn ich hätte in meiner persönlichen “Ehrfurcht vor Titel”-Liste (die nicht sehr groß ist… ich verzichte auch darauf meinen akademischen Titel im Telefonbuch zu verewigen) den Diplom-Ingenieur über dem Innenarchitekten angesiedelt.

In Sachen der oben geschilderten Sünden hat sie mich eindringlich davon überzeugt haben wir uns gemeinsam überlegt, daß es sinnvoll wäre, den Essbereich des Wohnzimmers (ca. 23 m²) in einer anderen Farbe zu streichen um damit diesen vom eigentlichen Wohnzimmerbereich farblich abzutrennen. Der dafür vorgesehene Esstisch (leider rund - rechteckig wäre von der Raumaufteilung her besser, aber der runde hat einen unschlagbaren Vorteil: er ist - zusammen mit den dazu passenden schwarzen Stühlen - kostenlos!) sollte am besten noch auf einem Teppich stehen, der die selbe Farbe hat, wie die Wände haben sollen. Inzwischen kann man hier ja dank der Technik sich z.B. genau die Farbe eines Teppichs auch für die Wände mischen lassen. Diese Farbe (ich denke da momentan an ein nicht zu kräftiges Orange) soll dann als Kontrastfarbe auch im Rest des Wohnzimmers auftauchen (Gardinen, Kissen für die Sofas usw.).

Eigentlich wollte ich ja nicht noch was streichen (ist ja eigentlich schon alles fertig) - aber es bietet sich halt wirklich an. Mit etwas mehr Planung hätte man das natürlich auch gleich direkt machen lassen können…

Dann ging es zur “Wohnzimmerwand” - in Anführungsstrichen deswegen, weil ich da nicht unbedingt eine klassische Wohnzimmerwand mit Vitrinenschrank usw. haben will. Stattdessen dachte ich erst an eine Lösung vom bekannten Schweden (genauer gesagt: BONDE mit Schränken und einer TV-Bank), nachdem ich mir jedoch direkt bei IKEA diese Möbelserie angeschaut hatte, entschied ich mich gegen BONDE und stattdessen für BESTA bzw. genauer geschrieben BESTÃ… (A mit Kringel drauf). Statt jedoch hier einfach die Wand vollzuplanen überzeugte sie mich, daß ich das ganze doch etwas luftiger gestalten sollte. Also gibt es erstmal nur fast die ganze Wand entlang die Ablagebänke auf Füßen (und teilweise mit Türen), nur unterbrochen durch die dazupassende TV-Bank. Darüber kann man dann noch ggf. farblich passende (in der Kontrastfarbe) Wandregale montieren und/oder andere Accessoires wie z.B. Bilder anbringen. Das wirkt doch etwas lockerer und luftiger als eine Wohnzimmerwand, die voll mit irgendwelchen Möbeln zugestellt wurde (siehe z.B. hier).

Bin mal gespannt wie das in Wirklichkeit aussieht - jedenfalls stelle ich mir das dann doch schon schöner vor, als mit der bisherigen Planung. Der Besuch der Innenarchitektin Diplom-Ingenieurin hat sich gelohnt, denn sie gab mir auch viele weitere wertvolle Tipps, die ich hoffenltich nicht alle noch vergesse.



Kommentare: (per RSS abonnieren)


Männer kaufen immer schwarze Sofas, wenn sie keiner abhält. Das ist genetisch.

:-)

Gibt es dazu auch Fotos vorher und nachher oder ist das zu privat?

Melody  am  19. August 2006



Das wird insofern schwierig, als dass momentan das vorher-Foto langweilig wäre (nur weiße Wände, noch keine Einrichtung) und dann das nachher-Foto damit kaum zu vergleichen wäre, da dann nicht nur die Ecke gestrichen ist, sondern auch Möbel da sind, die momentan noch nicht da stehen.

Oder meintest Du Fotos des leeren weißen Raumes im Vergleich zum “fertigen” Raum?

Jens  am  20. August 2006



Ja, ich weiß das mit den Innenarchis, gehöre ja ‘leider’ dazu. :-)
Es handelt sich übrigens um eine geschützte Berufsbezeichnung. Du kannst dich also auch nach drei Jahren Berufserfahrung nich einfach Innenarchi statt Dipl.Ing. nennen, sondern musst dazu Mitglied der Kammer werden. Bei den Architekten ist das übrigens genauso.
War übrigens ein Grund, dass ich damals in Detmold studiert hatte, wollte auf gar keinen Fall so einen popeligen Diplom-Designer, sondern wenn ich schon so’nen ‘Frauen- und Schwulenkram’ studiere, wenigstens nen Dipl.Ing. hinterher :-)

Allerdings finde ich persönlich den Rat ‘Teppich in Wandwarbe’ nicht so überzeugend. Ich würde dann eher ‘gleiche Tonskala’ empfehlen, damit du die Farbe nicht so schnell über hast. Besonders Orange als Kontrast zu Schwarz ist ziemlich heftig. Und bevor du die Wände neu streichst: Kauf dir ein Stück Spanplatte, male weiß als Grundierung drauf und dann teste deine zukünftige Wandfarbe erstmal. Und lege sie drei Tage auf dein Sofa, die Platte.

Kontrastfarben sollten wirklich eher als Kontrast benutzt werden, in Form von Kissen, Vorhängen, Vorlegern. So dass du sie nämlich relativ problemlos austauschen kannst, wenn du sie nicht mehr sehen magst.

Nette Grüße auch von einer Dipl.Ing.Innenarch :-)

BRitta

the-sun  am  21. August 2006



Nachtrag:
Ich muss noch mal dazu sagen, dass die Farbgestaltung von privaten Räumen nur 5% der üblichen Berufstätigkeit eines Innenarchis ausmacht. :-)

Übliches sind: Arbeiten im Architekturbüro, Planung von Messeständen/Ausstellungen; Banken, Büros, Läden und Gaststätten. Möbeldesign. Verkauf und Beratung.

the-sun  am  21. August 2006



Hallo Britta,

danke für die Tipps! Ja, Teppiche und Wände müssen nicht unbedingt zu 100 % die gleiche Farbe haben. Das sagte mir die Dipl.-Ing. heute auch noch mal.

Der Tipp mit der Spanplatte ist gut - dummerweise geht das zumindestens mit den Sofas nicht, da ich die leider noch nicht habe.

PS - Nachtrag: Jetzt spielen wir mal Jobvermittlung - Du weißt nicht zufällig irgendwelche Stellen in dem Bereich rund um Düsseldorf/Duisburg? ;)

Jens  am  21. August 2006



Wenn Du die Sofas noch nicht hast und sie nicht extra für Dich so bezogen wurden, dann kannst Du sie doch noch abbestellen. Das ist normalerweise kein Problem.

Gerade gestern beneidete meine Schwester mich um mein weißes Sofa, Ihr Freund hat auch ein schwarzes mit in die Ehe gebracht… Macht Euch nicht unglücklich :-)

Sanníe  am  22. August 2006



@Sanníe:
Geht das wirklich? Hätte gedacht, daß das nicht geht. Im Vertrag steht nix von drin.

Jens  am  22. August 2006



@Jens: Schwitzke und Partner in Düsseldorf (vorwiegend Banken, shop-in-shop-Systeme, Ladenbau)stellen öfter ein (siehe deren HP). Wenn die Person passt. Allerdings muss ich gleich dazu sagen, dass es wie meist in Großbetrieben der Innenarchitektur (meine, die haben so 45 Leute, von Entwurf bis Abrechnung) ein Knochenjobb ist. 12 Stunden arbeiten am Stück ist da nix und die Bezahlung lässt zu wünschen übrig. Der Verschleiß ist allerdings ziemlich hoch da. Meine Freundin ist aber nun schon 5 Jahre da. Hat aber viel Privatleben dafür geopfert. Muss eben jede selber wissen. :-) Deswegen bin ICH ja auch in Norwegen. gutes Geld für wenig Arbeit *lol*.

Gruß, Britta

the-sun  am  23. August 2006



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