Altbau-Fieber von Melody

Um auf der fairen Seite zu bleiben, habe ich durchaus mehrfach erwähnt, dass wir es zwar wunderbar hier haben und auch alles genau so renovieren können, wie wir das gerne möchten ... dass es aber auch eine ganz schöne Belastung sein kann, mit und auf einer Baustelle zu leben.

Was soll ich sagen? Sie wollten es nicht hören, genau so wenig wie wir es wahrgenommen hätten, wenn uns im Frühling 2006 jemand gewarnt hätte. Zu verlockend ist es, in den eigenen vier Wänden zu leben und statt einem Standard-Reihenhäuschen eine individuelle Wohnung umzubauen, mit anzupacken und viele schöne Einrichtungsideen auszuleben.

Aber ein paar wesentliche Erfahrungen konnten wir doch weitergeben. Zum Beispiel haben wir berichtet, wie wir auf die ‘Verkaufslackierung’ hereingefallen sind, die von der Zwischendurchbesitzerin aufs ganze Haus angewandt wurde.

Mal schnell die Fassade pinseln und im Treppenhaus einen flüchtigen Anstrich für Wände und leider auch die Handläufe veranlassen, schon sieht so ein uraltes Haus gleich achtmal so saniert aus, wie es dann wirklich ist. Kann man ja trotzdem kaufen, aber später muss man das Treppenhaus wohl noch mal machen lassen, von einer besseren Firma (oder einer, die normal bezahlt wird?).

“Diese Wohnung hat letztes Jahr neuen Strom bekommen” kann auch heißen: Die armen Mieter bekamen für ihre 90 Quadratmeter einer zweite Sicherung, und dann hat zwar niemand gelogen, irgendwie - eine miese Sauerei ist es aber trotzdem. Gekauft wie besichtigt. Makler sterben oft einsam,  hab ich gehört.

Die späteren Kosten inklusive Hausgeld schaut man sich als Käufer gerne vorher an ... aber was, wenn das Hausgeld vorher so weit runtergefahren wurde, dass keinerlei Rücklagen enthalten sind? Dann kann man lange rechnen und hat doch ein paar Hundert Euro laufende Kosten mehr pro Monat, sobald alle Wohnungen verkauft wurden und die Eigentümer sich zusammensammeln und begreifen, dass die vorherigen Hausgeldabrechnungen eine Lachnummer waren.

Selbstverständlich mussten sofort irgendwelche größeren Dinge im Keller trockengelegt werden auf Anforderung der Stadt mit ihren Bürgersteigen, als alle Wohnungen verkauft waren. Sicher nur ein ganz großer Zufall, dass davon vorher nicht die Rede war, man freut sich ja besonders über fünfstellige Zufälle, wenn man gerade eine Immobilie gekauft hat.

Und so weiter :-)

Abgeschreckt sahen sie allerdings trotzdem nicht aus, unsere Besucher. Sie haben sich alles zeigen lassen und waren ganz angetan.



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....wie haben uns vor nicht ganz einem Jahr auch unseren Traum vom Altbau erfüllt. Das es viel arbeit wird wussten wir damals auch schon aber das es so viel werden würde nicht. Auch wenn wir immer noch auf einer Baustelle leben, haben wir bis jetzt unsere Entscheidung nicht bereut…und werden es hoffentlich auch nie.

unser-altbau  am  06. April 2009



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