Dachschäden IX

Freitag kamen wir erst später nach Hause., so gegen 18:00 Uhr

Vor unserem Haus hielt ein älterer Mercedes auf dem Bürgersteig, ein Junge von 10 oder 11 Jahren kam aus unserer AUffahrt gerannt und machte einen Hechtsprung durch die Beifahrertür. Der Mercedes fuhr mir quietschenden Reifen an. In seiner Autonummer fanden sich die Initialen des Dachdeckermeisters C.

Im Briefkasten lag ein abgebrochener Schlüssel. Natürlich: Der Schlüssel, den der Dachdecker von uns hatte. Abgebrochen war er pefekt am Bart.

 

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Wer sein Geld verlieren will ...

Wer sein Geld verlieren will ...

Herzlicher Dank für das Bild an Remington!



Männer sind vom Mars.

Man hat es mir gesagt, ich wusste es und wollte es trotzdem nicht glauben, bis ich es erlebte: Handwerker sprechen völlig anders mit einem Mann als mit einer Frau. Nicht nur die Herren, die auf meine Anfrage reagieren, indem sie anrufen und nach meinem Mann fragen. Auch ein Ortstermin verändert sich sofort komplett in seiner Chemie, sobald ich dabei bin - die Erklärungen werden gefährlich einfach und der Tonfall jovial. Dazu kommen dann noch Gespräche, die einfach falsch abbiegen. Wenn ich sage, dass ich 20 Steckdosen statt 15 möchte, erwarte ich keine Erklärung, warum 15 nun mal normal sind, sondern das zügige Einverständnis des Handwerkers, mehr an mir zu verdienen. Nur so ein Beispiel.

Ich tendiere dazu, mir aus diesem Phänomen wenigstens den Vorteil zu ziehen, dass ich lästige Gespräche beende, indem ich hilflos auf den Mann im Haus verweise. Ändern werde ich sowieso keinen von den Herren.



Dachschaeden VIII

Also Mittwoch.

Wir kamen nach Hause und - ein Wunder!

Die Waschküche war in Arcyl eingedeckt.  Wir waren glücklich.

Bis wir nach einem Tee die Arbeiten genauer unter die Lupe genommen hatten. Die Wellacrylplatten werden ordnungsgemäß auf den Wellenbergen verschraubt. Er hatte sie sinnvollerweise mit Hakenschrauben an der alten Unterkonstruktion festgezogen.

Die Platten werden seitlich jeweils eine Welle überlappt verlegt; an dieser Stelle liegen also zwei Schichten Acryl übereinander. Dachdecker C hatte jeweils in dieser Überlappung und in der Mitte der Platte je einmal verschraubt.

Egal, welchen Hersteller entsprechender Materialien ich per Internet konsuliert habe: alle fordern 4-7 Verschraubungen pro Platte, wobei im Überlappungsbereich erstmal gar nicht, und wenn doch, dann nur mit speziellen Kalotten verschraubt werden darf.

 

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Das Glück eines älteren Hauses

Manche Häuser, die sieht man, und dann mag man sie einfach.
Jaqueline



Dachschaeden VII

Es wurde Montag.

Wir kamen nach Hause und das Ziegeldach des Nebengebäudes war eingedeckt.

Wow.

An der Regenrinne klemmte ein Anschlusskasten, der ordnungsgemäß in ein 80er-Rohr mündete, das mit einer Schelle an der Wand verschraubt war.

Lediglich das Acryldach schien noch zu fehlen, und die falschen Deckenbalken waren immer noch auf der falschen Höhe.

 

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Puzzle-Fußboden

Parkett in Puzzleform: Puzzlefloor.com. Schrill, und sogar scheinbar halbwegs bezahlbar - Tina hat es gefunden.

Haben will ich sowas aber nicht :-)



Dachschäden VI

Zwei Tage später.

Die Ziegel waren noch nicht geliefert, dafür hatte Dachdecker C inzwischen das alte Scobalit, das unsere Waschküche vor Regen und Schnee geschützt hatte, auftragsgemäß komplett entfernt.

 

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Angebot Verputzungsarbeiten.

Für Grundierung von 160 qm Wandfläche, eben diese Fläche dann mit Gipswandputz versehen, 23 Eckleisten anbringen und auf 12 qm auf rissgefährdeten Stellen das Gewebe erneuern:

4000,—Euro.

Ist das ein normaler Preis? Wie finde ich denn überhaupt raus, was normale Preise sind? (Mir scheint das doch ein bisschen viel.) Außerdem müssen nicht alle 160 Wand-Quadratmeter neu verputzt werden, sondern nur ca. 50 davon.

Das mach ich jetzt auch immer so: Wenn jemand um ein Angebot bittet, das vierfache vorveranschlagen. Kommt bestimmt gut.



Jeden Mittwoch, 21.15…

…fällt Tine mit ihrer Horde Handwerker bei RTL in Ei4W Spezial über ein Haus ein und versucht, die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern. Während bei Zimmer fertig normale Bürger nur einen Raum umgestaltet bekamen und einen Tag den Sozialen machen müssen, fällt bei Tine auf, dass sie vom Leben Benachteiligte bevorzugt: Alleinerziehende Mütter, Familien mit ADHS-Kindern, etc. Laut unserer TV-Zeitung melden sich täglich etwa 300 Menschen, die meinen, die Wohnverbesserungssause wert zu sein.

Und so bekommen die eine Rundumversorgung mit neuem Mobiliar und Wandkleid. Auf die Dauer fallen Gemeinsamkeiten auf - wie jede Innenarchitektin hat auch Tine ihren Stil, und der pflügt sich durch die Sendungen. Außerdem ist Ikea stilangebend, einer der Sponsoren, Landhaus galore oder Möbel mit dicken Bretter ziehen sich anschließend durchs Haus (ich sag nur: Bonde). Einige Räume wie das Schlafzimmer bleiben außen vor, und Kinderzimmer werden meist zu Themenparks der kleinen Bewohner umgestaltet (deren Vorlieben hoffentlich für immer so bleiben). Immerhin: ein paar nette Ideen gibt es ab und zu.

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Zweifel.

Das zufriedene Gefühl, scheinbar einige ganz kompetent wirkende Handwerker gefunden zu haben, weicht langsam der Erkenntnis, dass bisher noch keiner den versprochenen Kostenvoranschlag eingereicht hat. Den für gestern versprochenen.

 



Dachschäden V

Also am Mittwoch. Dem 7.12. Ich ging in die andere Haushälfte, wo die Deckenbalken erneuert werden sollten, und staunte.

“Den Dachboden die Deckenbalken entfernen und ca.30cm höher Neue Einbauen” stand wortwörtlich in seinem Angebot. Die alten Deckenbalken waren auf 2,20m, die neuen auf 3,30m. Auch mein Taschenrechner kam auf eine Differenz von mehr als 30cm.

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Das Haus

Chikatze hat den Standort gleich richtig geraten :-)

Haus 2006



Das wird der Blick aus dem Küchenfenster.

Für das trübe Wetter kann die neue Aussicht nichts. Unten vor der Kirche ist noch ein kleiner Platz mit ein paar Bänken und vielen Bäumen, aber wenn ich mich aus dem Fenster gehängt hätte, wäre es ja nicht mehr der »Original«-Küchenblick geworden :-)

zukünftiger Blick aus dem Küchenfenster

Das Haus gegenüber muss auch so von 1900 sein, wie die meisten Gebäude. Das ist die Sicht aus einem der anderen Fenster (Badezimmer), die ollen Moderbretter auf dem Sims sind inzwischen aber schon verschwunden:

Kirchplatz schräg

Jetzt noch ein Gruselbild. Die ausgekernte Küche nämlich, voll von dem Schrott, der sich auf unserem Boden angefunden hat. Bitte also die alte Antennenanlage wegdenken und zur Kenntnis nehmen, dass jedes dieser Fenster über einen Meter breit ist. Das Bild ist viel schlimmer, als es sich anfühlt, dort tatsächlich zu stehen.

Schrott in der Küche

Man sieht es so nicht, aber die Küche hat nach links noch eine sehr große Nische. Bevor wir bis einschließlich Putz alles da rausholten, hatte sie eine Rundumbeschichtung aus Styropor, darüber Kork, darüber Kunststofftapete im Korkmuster und mehrere Lagen Teppich übereinander:

Urzustand

Die Nische und ein richtig harmlos aussehendes Bild des Urzustands:

Korktapete auf echtem Kork



Dachschäden IV

Der Dachdecker begann seine Arbeiten am 5. Dezember.

Er entfernte die alten, brüchigen Tonziegel samt Dachlatten, bespannte das Dach mit Diffusionsfolie, nagelte neue Latten drauf und deckte es mit den Betonziegeln ein. Allerdings nur die untersten 5 von insgesamt 12 Reihen.

 

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Alles terrakotta

Gekochte Erdtöne überall. Nach mehreren Stunden im Baumarkt möchte ich einfach nur noch weinen. Über sandige, cremige, rötliche Terrakotta-Fliesen. Über nachgemachten Antik-Look. Über mich, weil ich immer genau die Sachen völlig entsetzlich finde, die gerade überall in Mode sind und für die es bezahlbare Sonderangebote gäbe. Vielleicht möchte ich aber auch einfach nur weinen, weil mehrere Stunden Baumarkt einfach nicht sehr schön sind. Am Ende kauft man stumm ein paar Reinigungsmittel, um dem Gefühl der Zeitvergeudung zu entkommen.

Fest steht: Ich möchte definitiv kein Bad, das so zurechtgemacht worden ist, als könnten jede Minute entspannungshungrige Gladiatoren einfallen.



Schneegestöber

Meine erste Wohnung war eine 34m²-Bude in Düsseldorf-Flingern.

Neben krassen Nachbarn, unerwarteten Besuchen und einem weltberühmten ehemaligen Obermieter hatte ich auch noch meine ersten Erfahrungen mit Schutt und Asche.

Und zwar im Wohnzimmer.

 

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Dachschäden III

Dachdecker C hatte den Zuschlag für die Arbeiten erhalten und wollte eigentlich zurückgerufen haben (sog. “rheinischer Irrealis”).

Also faxte ich nach 14 Tagen dann ein Fax mit Erinnerungen und Infos, denn früh lehrte mich die Erfahrung, dass man das, was man Schwarz auf Weiss besitzt, nicht nur nach Hause, sondern notfalls auch zum Anwalt und zum Gericht tragen kann.

 

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Gespräche mit der Twilight-Zone

Es scheint ziemlich schwierig zu werden, einen Handwerker zum Verputzen zu finden. Der erste Kandidat klingt so genervt, dass wir ihn nur ungern mit einem Auftrag belästigen würden. Der zweite hatte einen so nach betrunkenem Altherren klingenden Spruch auf dem Anrufbeantworter, dass ich nicht draufsprechen mochte, der dritte meldet sich nicht bei uns und mit dem vierten führte ich eben einen lustigen Dialog: Da »die Türken« sämtliche Preise für Putzarbeiten dramatisch unterbieten und für 8 bis 9 Euro den Quadratmeter Innenputz anbieten würden, könne seine Firma das leider nicht tun. Also Putzarbeiten durchführen. Auf meine vorsichtige Frage, was es denn kosten würde, wenn seine Firma trotz orientalischer Konkurrenz tatsächlich Aufträge annehmen würde, lautete die Ansage »12 bis 15 Euro den Quadratmeter«.

Das ist zwar kein Ergebnis, mit dem man etwas anfangen kann, da dieser Mann ja gar keine Maurer- und Putzarbeiten annimmt (die »Türken« sind schuld, sehr merkwürdige Begründung irgendwie). Aber immerhin weiß ich zum ersten Mal überhaupt einen Preisbereich für Putz- und Maurerarbeiten. Man lernt und lernt und lernt ...



Wegerecht

Zu den Eigenheiten des neuen Heims gehört eine Vereinbarung über Wegerecht für den Hinterhof, die alle Käufer anerkennen mussten. Diese über 100 Jahre alte Vereinbarung besagt, dass die Bäckerei vom Nebenhaus mit ihrem »Fuhrwerk« über unseren Hof fahren darf, so lange ein Bäckereifachbetrieb besteht. Der kleine Hof hinter dem Haus gehört zum Teil zu der Erdgeschosswohung (die können sich vor ihrem Wohnzimmerfenster ein Gärtchen machen), der Rest ist Abstellbereich und eben diese Durchfahrt. Uns wurde gesagt, dass die Bäckerei zwar kein Fuhrwerk mehr habe, logisch - aber nun einmal in der Woche die Mülltonnen über den Hof zur Straße bringen würde. So weit, so klar. Die Einfahrt ist nicht weit genug, um mit einem Auto durchzufahren und den Fahrradhaufen könnte man prima in der Hälfte des überdachten Teils durch schräge Radständer bändigen.

Leider scheint diese simple Vereinbarung für den ehemaligen (!) Bäcker nicht so klar zu sein. Er hat sich in den benachbarten Hinterhof ein Haus gebaut, die Durchfahrt über unseren Hof ist da natürlich sehr praktisch, man kann Sperrmüll dort abladen und die eigenen Tonnen schon Tage vor der Abholung dort abstellen.  Unseren Mietern hat er einen Autokindersitz weggeworfen, der in unserem Hof abgestellt war, den er aber als störend empfand. Eine absolute Frechheit. Außerdem informierte er mich neulich, dass ich mich darum kümmern solle, dass die Räder weggeräumt würden - er wolle seinen Wagen zukünftig wieder einstellen und wolle den Hof durchfahren - was gar nicht geht, denn es passt kein Auto durch diese Hoftür.

Mich beschleicht also gar nicht langsam allmählich das Gefühl, dass dieses Wegerecht neu geklärt werden muss.



Dachschäden II

Da waren einige Dinge an den Dächern unseres Hauses zu machen:

  • eine Dachseite 20m² mit zum Teil vorhandenen Ziegeln eindecken
  • einige qm Scobalitdach durch Wellacryl ersetzen
  • in einem Raum 8 Deckenbalken entfernen und ca. 30cm höher durch neue ersetzen, die im Dachstuhl mit Bolzen zu verankern sind

 

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Pflichtprogramm: Bauherren-Haftpflicht

Bevor unsere Kernsanierung »nebenan« in die heiße Phase geht, habe ich eine Bauherren-Haftpflichtversicherung für uns abgeschlossen. Zwar bauen wir kein Haus (Hilfe ... das würde mir gerade noch fehlen), sondern sanieren und renovieren ‘nur’ Eigentumswohnungen, aber die Pflichten bleiben, denn als BauherrIn ist man nicht nur für eigene Mißgeschicke bei der Sanierung bzw. auf dem Bau verantwortlich, sondern auch für die der übrigen dort tätigen Personen, auch für hilfreiche Privat-Personen und beauftragte Handwerker.

Daran hätte ich auch selbst denken sollen, erinnert hat mich unsere neue Nachbarin Stefanie. Zwei Stockwerke unter uns ist in der Wohnung der neuen Nachbarn eine Wand komplett ineinandergebröselt, als nur ein Durchbruch vergrößert werden sollte. Seitdem betrachte ich die linke Außenwand meiner* neuen Küche mit wachsendem Misstrauen - das Ding ist fast schon durchsichtig, wenn ich ehrlich bin. Große offene Küchenbereiche mag ich aber gar nicht - ich möchte eine abgegrenzte Küche, ein echtes Zimmer, auf keinen Fall einen Durchgangsraum oder eine Erweiterung von einem Esszimmerbereich. Also hänge ich an dieser Wand und hoffe, sie bleibt uns erhalten.

Falls sie aber umfällt und auf jemanden drauf, sind wir nun versichert.


*natürlich könnte ich immer auch UNSERE Küche, UNSERE Wohnung sagen usw., aber ich muss nicht. Ich kann und darf MEINE sagen.



Dachschäden

Der Bauherr unseres kleinen Niederrheinhäuschens hasste Handwerker.

Selbst war er Schlosser und konnte somit das eine oder andere von dem, was er am Haus gebaut hat, wirklich. Handwerker, so hörte man, hätten ihn schon in den 1950ern mehrfach versetzt.

Wer Handwerker für größere Arbeiten beauftragt tut gut daran,

  • sich im Baumarkt ein entsprechendes Buch zum Selbermachen zu kaufen, um die Kostenvoranschläge einschätzen zu können
  • wenigstens drei Kostenvoranschläge einzuholen
  • Anfang- und Endetermin der Arbeiten im Kostenvoranschlag fest zu definieren
  • darauf zu achten, dass die Wartezeiten der Rechtsschutzversicherung abgelaufen sind

Insbesondere der vorletzte Punkt ist wichtig und trennt die Spreu vom Weizen - wer diese Termine in seinen Kostenvoranschlag aufnimmt ist entweder sehr gut organisiert oder grob fahrlässig. Während wir uns auf Tischler, Installateure und Fliesenleger bislang gut verlassen konnten waren gerade die typischen “Bauberufe” in Sachen Projektmanagement immer wieder interessant.

Beispiel Dachdecker.

Für kleinere Arbeiten zum Verschönern des Hauseingangs kam der umtriebige Dachdecker A, dessen Fahrzeuge ständig bei uns durch die Straße fuhren, zum Besprechen des Auftrags zu uns.

Zuerst besichtigte er die bisherigen Dachdeckerarbeiten und lästerte ausgiebig über die von Dachdecker C vor 10 Jahren ausgeführten Arbeiten. Dann kam er zur Sache.

“Kein Problem, nächste Woche Donnerstag kommen zwei Gesellen und machen das”, sagte er. Und zwar im identischen Wortlaut und 4 Wochen lang. Bis ich ihm den Auftrag entzogen habe, weil der Tischler die Haustür endlich mal montieren wollte, was erst ging, wenn alle Bitumenarbeiten um die Tür herum abgeschlossen waren.

Dachdecker B machte dann alles eher schlecht als recht, lästerte aber massig über Kollegen A ab (um dann von Dachdecker C später selber als unfähig und zu satt dargestellt zu werden, aber das wird eine eigene, längere Geschichte).

Auch unsere Nachbarn befragten Dachdecker A, weil der Dachstuhl ihres neuen Hauses einen Riss aufwies, der repariert werden sollte, damit nicht noch ein Versicherungsfall eintritt. Inzwischen haben sie die Hoffnung aufgegeben, jemanls einen Kostenvoranschlag oder gar einen leibhaftigen Handwerker zu Gesicht zu bekommen. und selber ein paar Bretter drüber genagelt.

Weniger Glück hatte der Inhaber unseres Bioladens. Der hatte auch Dachdecker A beauftragt, beim Neubau seines Hofladens die Dachdeckerarbeiten am begrünten Flachdach vorzunehmen.  Und was passierte?

“Einen Tag nachdem ich ihm das Fax mit dem Auftrag geschickt habe kamen zwei Gesellen auf der Baustelle an, arbeiteten eine halbe Stunde und verschwanden wieder.”

Auch der Bioladner bekam vier Wochen lang das Donnerstagsmärchen aufgetischt, bis er den Dachdecker wirksam in Verzug setzen und den Vertrag kündigen konnte. Und er musste er einen neuen Dachdecker finden, der natürlich auch eine gewisse Vorlaufzeit hat.

Die Ladeneröffnung verzögerte sich um fast zwei Monate.



Glosse in der Zeit

Martenstein hat eine Eigentumswohnung gekauft.



Neues vom Schornstein.

Wie uns der Bezirksschornsteinfeger heute mitteilte, war der Kamin versottet. Jetzt ist er gar nichts. Dreckig eben. Der Schornsteinfeger sagt: Man könnte ihn einfach benutzen, oder man könnte ihn auch aufmachen, mit Stahl auskleiden und dann ‘einfach’ benutzen (in diesen beiden Fällen müsste er nach oben durchs Dach verlängert werden), oder man könnte eine Heiztherme kaufen, die keinen Kamin braucht und wahrscheinlich schon deshalb wesentlich teurer ist, dann kann man ihn wegmachen oder einfach nur verputzen.

Noch lustiger: In Wohnung 2 ist gar keine 30 Jahre alte Heizung. Sondern eine Alibert-Anlage von 1998. Bisher planten wir ja eine Therme, die dann beide Wohnungen versorgen kann, plötzlich sehen alle Informationen anders aus.

Um im allgegenwärtigen WM-Jargon zu bleiben: Ich gebe den Ball an Daddy, den Heizungsbauer. Alles andere wäre dumm.

Doch bin auch ich nicht völlig nutzlos, oh nein. Ich habe dafür gesorgt, dass das Haus eine zweite Mülltonne und eine zweite gelbe Tonne bekommt, weil sich bisher alle Einwohner eine einzige teilten und das allmählich ziemlich krass wurde da im Innenhof. Ein kleiner Sieg ist besser als keiner.



Kellerkinder

???

Keller sind sehr vielseitig nutzbar

Sie können Vorräte aufnehmen, Haustechnik beherbergen, so macher Hobbyraum befindet sich dort und wer eine Leiche zu lagern hat wird dies üblicherweise auch im Keller tun. Keller sind aber auch ein steter Quell von Renovierungsanregungen und - herausforderungen.

 

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Badewanne: Bestellt!

Zu meinen völlig nutzlosen Talenten gehört die Fähigkeit, in einem beliebigen Sanitärfachhandel auf den ersten Blick die einzigen Fliesen mit einem Quadratmeterpreis von über 400 Euro herauszufischen, mühelos den teuersten Waschtisch der Welt zu erspähen und sekundenschnell im Kopf ein Bad zusammenzustellen, das mehr als eine Dreizimmerwohnung in Wuppertal kostet. Hilft mir alles gar nichts und nutzt auch sonst niemandem, aber ich kann’s.

Glücklicherweise ist die Sache mit der Badewanne anders gelaufen.

Die Badewanne für das große Bad in unserer neuen Wohnung soll nämlich endlich mal eine werden, in der ein erwachsener Mensch Platz findet. Natürlich sind Badewannen von 160, 170 oder 180 cm Länge einfacher zu finden und preiswerter, aber was soll ich mit einer Wanne, in der mir wahlweise die Brust oder die Knie auskühlen? Zwei Meter sollen es sein, und auf gar keinen Fall irgendeine Eckbadewanne, keine mit stromlinienförmigen Innenabformungen, keine mit Pseudo-Whirlpool-Düsen, ein Whirlpool selbst kommt natürlich auch nicht in Frage, sondern eine klassische, weiße, ganz normale und trotzdem übergroße Wanne wurde gesucht, je normaler desto besser.

Es gibt solche Wannen. Die größten fingen in einer Preisklasse von 4.800 Euro plus Zubehör überhaupt erst an, woraufhin ich die leider allesamt ignorieren musste. Aber sie waren sowieso nicht so schön wie die, deren Abmessungen sich bereits in meinem Hirn eingenistet hatten (Kaldewei Conoduo 200x100). Wir besichtigten, kletterten zur Probe in Badewannen und Pseudo-Pools, guckten und schauten und erkannten so allmählich, dass dieser Spaß nicht unter 2.500 Euro plus Zubehör zu haben sein sollte. Für eine möglichst klassische möglichst normale Wanne ... puh.

ABER:

Gefunden habe ich die schöne Wanne (das Wunschmodell, keinen Kompromiss!) dann glücklicherweise für »nur«  1.300 Euro hier. In dieser Summe ist dann aber auch gleich sämtliches Zubehör (Ab- und Überlaufgarnitur, Sonderfussgestell) und Lieferung mit drin.

Hurra! Das ist sie:

Kaldewei Conoduo

(Was mir zu denken gibt: Der Elektriker erklärte mir sofort, wo er den Fernseher hinstellen würde, wenn das seine Wanne wäre. Der Elektriker. Fernseher. Im Badezimmer. Huh?)



Container wieder weg

Am lustigsten waren die Schrotthändler, die spontan mit dem LKW ankurvten und sich aus dem Sanierungsabfall noch irgendwelche Bauteile zerrten. Besonders plump der Knabe, der mit mehreren dicken Müllsäcken voll Klamotten angelaufen kam und dann wohl zu spät feststellte, dass wir nicht zufällig am Container standen und stammelnd nach dem nächsten Altkleidercontainer fragte. Ein anderer verhandelte, ob er nicht doch seine Holzreste mit abgeben könne. Der Container war aber schon bis oben hin voll, da wir ihn auf halbem Wege doch noch in einen Mischcontainer verwandelt hatten und er die mehrfachen Teppichschichten aufnehmen konnte. Nun wird der Inhalt abgewogen und dann wissen wir genauer, was das kostet (Aufstellen mit Versicherung und Abtransport von einem drei-Kubikmeter-Container kosteten bisher ca. 180 Euro).



Der Schornsteinfeger hat uns versetzt.

Wir warteten von 11 bis 13 Uhr vor dem Haus, erklärten all jenen Menschen, die rein zufällig mit Säcken voll von Altkleidern und Sperrmüll an unserem Container vorbeiwanderten, dass sie ihren eleganten Plan vergessen konnten, ihren Müll von uns abtransportieren zu lassen und genossen in der Sonne den schönen Platz vor der Kirche, der dann ja auch der Platz vor unserem Haus ist.

Kein Schornsteinfeger.

Gegen 13 Uhr erreichte ich ihn endlich und wurde gewaltig dichtgetextet, ein völlig ergebnisloses Gespräch sozusagen, denn plötzlich hieß es nun, dass es ja eh keinen Zweck gehabt hätte, nur eine Wohnung anzusehen. Also bleibt uns nun nichts, als die Hausverwaltung vorzuschicken und dafür zu sorgen, dass man sich mit dem Schornsteinfeger das ganze Haus anschaut.



Was ist eigentlich ... Ochsenblut?

Creezy wusste es: »Neulich wurde mir ein Rezept für Ochsenblut serviert (das braune Zeug mit dem alte Dielen präpariert sind). Das ist das Zeug, das unter der Schleifmaschine nur warm wird und lieber nur verläuft als … interessiert?

Hier:

50 Liter frisches Rinderblut, davon nach drei Tagen 30 Liter Serum abschöpfen
0,125 Liter Nelkenöl (gegen Fäulnis) zugeben und mit
12,5 kg Sumpfkalk und mit
2,5 kg Eisenoxidrot* natur (Fe2O3) sowie
1,5 Liter Kalkwasser und mit
0,05 ml Entschäumer schaumfrei glattrühren und dann mit
2,5 Liter Leinölfirnis fertigstellen… «



Morgen kommt auch der erste (?) Container

Man hat uns schon gewarnt: Es sei nicht möglich, einen offenen Container zu mieten und diesen dann halbwegs unbeaufsichtigt stehen zu lassen - denn scheinbar bedienen sich die lieben Mitmenschen an jeder Müllablademöglichkeit mit derselben Selbstverständlichkeit, mit der Männchen die Umwelt mit ihrem Urin verdrecken, wo immer sie gehen und stehen. Wenn wir nicht darauf achten, dass unser Container nur mit unserem Schutt gefüllt wird, müssen wir über 100 Euro mehr bezahlen dafür, dass andere unseren Bauschutt in Mischabfall verwandeln. Außerdem hören wir von allen Seiten Horrorgeschichten von Mini-Containern, die schon halb voll sind, bevor der Bauherr die erste Fuhre hineingebracht hat.

Das kann also eine heitere Angelegenheit werden, wenn wir Pech haben.

Das Problem mit dem Freihalten des Abstellplatzes haben wir durch frühzeitiges Parken unseres Autos an der richtigen Stelle gelöst. Denn natürlich haben wir auch zum Reservieren von Containerflächen diverse Geschichten gehört: Von Nachbarn, die jede Barriere einfach wegstellten oder gar beliebig niederparkten, von verschwindenden Schildern oder selbstgebastelten Barrieren, die dann Hundert Meter weiter standen, wo sie garantiert nicht gebraucht wurden. Die Gegend ist zwar absolut kein Slum, aber wenn man sich anschaut, wie die Geier bei Sperrmüll kreisen, wird man schon nachdenklich, was die lieben Mitmenschen angeht. So generell und nicht stadtteilbezogen.

Wir haben es also gar nicht erst mit zwei Stühlen und Absperrband versucht.



Das aktuelle Montagsproblem: Ein Kamin ist versottet.

Das kam unter mehrfachen Tapetenschichten zum Vorschein:

versotteter Kamin

Mal schauen, was der Schornsteinfeger uns rät.

Mehr über Versottung steht hier.



Warum dieses Blog II

Wir wohnen seit 1997 in einem kleinen feinen Häuschen am Waldrand von Düsseldorf zur Miete. Zehn Minuten zu Fuß vom grünen See, gegenüber von einem Park und zwei Autominuten von der Ratinger Innenstadt entfernt, direkt an der Straßenbahnlinie und vor allem ganz für uns allein im Garten hinter einem ‘normalen’ Mehrfamilienhaus. Wir lieben dieses kleine Haus, im Grunde haben wir auch ausreichend Platz für uns, es fehlt nur irgendwie ein weiteres Zimmer, das kann man aushalten. Wichtiger noch: Wir haben es schön hier zusammen.

Ausziehen kann man aus so einem schönen Nest natürlich nur in etwas Besseres, sonst ärgert man sich. Wir haben also eine lange Liste von Kriterien aufgemacht, die unsere neue Wohnung erfüllen musste:

- in dieser oder zumindest einer vergleichbar schönen Gegend liegen
- gemischtere (‘belebtere’) Nachbarschaft, denn hier sind wir so ziemlich die Jüngsten
- mindestens drei Zimmer, besser vier
- große, richtig schön geräumige Wohnküche
- großes Bad, mindestens Wanne, besser Wanne plus Dusche
- Stauraum
- weiterhin in guter Erreichbarkeit für die öffentlichen Verkehrsmittel
- kein Neubau, keine große Wohnanlage, höchstens 10 Einheiten
- keine sehr hohen Wände (keinesfalls höher als 270cm)
- nicht im Erdgeschoss
- keine ungünstigen Schrägen überall
- Nicht höher als 3. Stock
- Balkon oder Dachterrasse oder beides
- man muss auch ohne Auto dort leben können
- trotzdem darf keine üble Parkplatznot herrschen

Bis auf ein Kriterium stimmt alles.

Wichtigstes Argument für unsere nächste Wohnung aber ist, dass wir von der ersten Sekunde an wussten: Hier wollen wir leben. Auch wenn kernsaniert werden muss. Und da müssen wir jetzt durch.



Warum dieses Blog I

Vor ein paar Wochen fragte ich mich im Blog, woran man erkennt, wenn ein Keller trockengelegt werden muss und erhielt erstaunlich viele erstaunlich gute Antworten, auch per Mail. Volker zum Beispiel schrieb mir eine so fundierte E-Mail, dass ich ihn sofort fragte, warum er nicht mehr über Renovierung und Sanierung schreiben würde.

Dumme Frage wahrscheinlich, denn schließlich hat man meistens alles andere als Blogs im Kopf, wenn man sich mit den Dämonen von Sanitärinstallation und Bröckelmauern herumschlägt. Ich auch.

Andererseits beruhigt Bloggen ganz ungemein, wenn gleich von der ersten Wand nicht nur die Tapete, sondern auch der ganze Putz abfällt und sich im Rest des Gebrösels eine Tür zur Nachbarwohnung zeigt, die man nun ungehindert betreten könnte. Es hilft einfach, all diesen Irrsinn aufzuschreiben, der mit den ungeheuren Informationslücken beginnt, die man nun mal hat und wahrscheinlich noch lange nicht zu Ende ist, wenn endlich der ganze Bauschutt abtransportiert wurde.

Alles, was ich gestern nach einem Trip durch fünf Einrichtungshäuser zwischen zwei Terminen mit Handwerkern noch denken konnte, war: Meine Güte, und manche Leute bauen ganze HÄUSER ... Respekt! :-) Dann schlief ich ein und träumte von der Bodentreppe, die ich nun nicht haben werde und von dem schönen verschenkten Platz dort oben, der mir/uns gehört und den man nun nicht ausbauen kann, jedenfalls nicht so ohne weiteres. Die neuen netten Nachbarn kamen auch vor in dem Traum, sie erzählten gerne noch mal die Geschichte von dem Flur, der einen vergrößerten Durchbruch erhalten sollte und nun ohne jene Wand auskommen muss.

Und ich kann nicht mal behaupten, dass mich diese Geschichte abgehalten hätte, wenn ich sie vorher gekannt hätte. Denn in manche Häuser verliebt man sich einfach, dann führt kein Weg zurück.



Bodentreppe bye-bye

Es hilft mir gar nichts, dass ich sehr viele Bodentreppen sorgfältig verglichen und so lange gesucht habe, bis ich eine gute fand. Eine Bodentreppe mit Brandsicherung, die in einem möbel-artigen Einbaukasten unter der Decke verschwindet, statt als Klappungetüm unter ihr zu kleben. Eine Treppe, die ein Geländer beim Aufstieg, aber auch eins beim Aussteigen hat, eine wärmeisolierte Luke mitbringt und trittsichere breite Stufen hat, die bis 150kg halten. Man könnte sie sogar für relativ niedrigen Aufpreis maßgeschneidert bekommen und doch ist sie gar nicht so teuer. Die beste Bodentreppe, sozusagen: Stahlblau  sollte es werden.

Leider klebt ein Schrägbalken so im Dach, dass man dort gar keinen vergrößerten Aufstieg machen kann, wo die bisherige kleine Einstiegsluke ist. Die zu klein ist für das Gerümpel, das sich im Dachraum befindet, also muss es mal eine größere gegeben haben. Wir fanden sie auch: In der Nachbarswohnung. Dichtgemacht, nachdem man die Gasrohre und noch irgendwas durchgezogen hat, der Bequemlichkeit halber. Das neue Loch in der Decke und einen Einstieg (für uns) können wir denen jetzt nicht mal eben spontan zumuten, also haben wir zurzeit keine Möglichkeit, größere Dinge auf den Boden zu bringen.

Keine Bodentreppen und kein großer Boden also. Aber wenn, dann wäre diese die beste Treppe, die ich finden konnte.



Container-Trick

Ob das hilft?

eigenmächtiges Schild

Schaden kann es jedenfalls auch nicht :-)

Neues von der Container-Front: Einen für Bauschutt bestellten Container kann man auch spontan umwandeln in einen für Mischabfälle, wenn man beim Befüllen merkt, dass noch reichlich Platz da ist. Es sollte aber wirklich reichlich sein, sonst lohnt der Aufpreis nicht (gemischte Holzabfälle usw. kann man ja auch anders loswerden und selbst abtransportieren, bei Bauschutt ist das schon aufwändiger).



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