Handwerker
Unsere Baustelle ist zum Jahresanfang mit nur anderthalb Jahren Verspätung nach dem Brand endlich angelaufen. Seitdem kämpfen wir darum, dass die Arbeiten ordentlich durchgeführt werden.
Man stelle sich einen Fensterbauer, einen Dackdecker und einen Zimmermann vor, die allesamt zusammen vor den total vermurksten Fenstern stehen und übereinstimmend sagen: “Hab ich von Anfang an gewusst, dass das so nicht geht.” Auf die Frage hin, warum verdammt noch mal sie denn nichts gesagt haben, schweigen sie alle schön stumm.
Das war jetzt nur eines von vielen Beispielen. Wir hätten Bautagebuch schreiben sollen, es ist der helle Wahnsinn, was menschenbedingt alles schiefgeht von Kaminen bis hin zu Elektrikern, denen man mehrfach sagen muss: Nein, wir möchten tatsächlich keine Kabelkanäle auf der Wand, sondern Leitungen unter Putz auch im Wohnraum.”
Ein kleines Bonbon für alle, die sich nicht vorstellen können, was für ein Horror es ist, tagtäglich mit Handwerkern konfrontiert zu werden, die allesamt am liebsten ungestört und ohne Kontrolle irgendwas machen würden: Heute morgen schreibt der Heizungsbauer, nachdem wir ihm per Mail sachlich mitgeteilt haben, dass wir gerne unser Material selbst verwenden möchten und die WCs auf der von uns gewünschten Höhe angebracht werden sollen, aber bitte vernünftig:
“Werde meinen Monteur anweisen, auschl. Unsere Materialien zu verwenden, damit Sie sich zukünftig ihre E-Mails sparen können!
Es gehört auch nicht zu meinen Aufgaben, irgendwelche Arbeiten zu veranlassen, darüber sollten Sie sich mit ihrem Bauleiter unterhalten.”
Ist es nicht schön?
Da ist man doch herzlich gerne Kunde.